WHO mahnt zur Impfung gegen Typ B bei Neugeborenen

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Die Lebererkrankung, auch Gelbsucht genannt, kann zu Krebs führen. In Deutschland wird die Impfung gegen Hepatitis B laut Robert Koch-Institut im Alter von zwei Monaten empfohlen.

Hepatitis B bleibt ist für Babys besonders gefährlich. Bei bestimmten Risikofällen wird auch eine Impfung unmittelbar nach der Geburt durchgeführt. Trotzdem sieht die Weltgesundheitsorganisation gute Fortschritte bei ihrem Ziel, bis 2030 neue Infektionen um 90 Prozent und die Zahl der Todesfälle um 65 Prozent zu reduzieren. 1,3 Millionen Menschen starben durch die Infektionen, etwa so viele, wie durch Tuberkulose umkamen. In diesen 28 am stärksten betroffenen Ländern besteht der WHO zufolge erheblicher Handlungsbedarf.

Bis Ende 2015 wurden laut WHO-Schätzung nur neun Prozent der Personen mit einer Hepatitis-B-Infektion und 20 Prozent der Hepatitis-C-Infizierten getestet und diagnostiziert, die meisten indes ahnen nichts von ihrer Erkrankung.

Rund 50 Prozent der chronischen Hepatitis-Erkrankungen gehen laut Angaben der WHO auf nur elf Länder zurück: Brasilien, China, Ägypten, Indien, Indonesien, Mongolei, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Uganda und Vietnam. 89 Prozent der Länder hätten den Kampf gegen die Hepatitis zur Priorität gemacht, so die WHO. 30 Prozent der Infektionen passieren durch falschen Spritzengebrauch in Krankenhäusern und Praxen oder bei Impfkampagnen. Der Preis eines Generikaprodukts des indischen Herstellers Mylan mit WHO-Qualitätsstempel sei drastisch gesunken.

Die Organisation Ärzte der Welt forderte von der Bundesregierung und den Krankenversicherungen, schärfer gegen "Wucherpreise" bei den lebensrettenden Medikamenten vorzugehen. Die Organisation habe bereits Einsprüche beim Europäischen Patentamt eingelegt, um Generika zu ermöglichen.

Die virale Hepatitis ist laut Angaben der WHO eines der größten globalen Gesundheitsprobleme. Hier hätten manche Länder mit den Herstellern Preise von nur noch rund 40 Euro für die Behandlung pro Patient pro Jahr ausgehandelt. Wurden 2014 laut Bundesinstitut für Risikobewertung 670 Fälle gemeldet, waren es 2015 bereits 1246 Fälle.

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