Die Menschheit lebt auf "Öko-Pump"

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Weltweit werden mehr Fische gegessen als geboren. Das teilte die Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) in Berlin mit.

In diesem Jahr habe die Menschheit den Plattformen zufolge bereits in den ersten sieben Monaten ihr gesamtes Jahreseinkommen an erneuerbaren Umweltressourcen aufgebraucht - Experten sprechen vom sogenannten Welterschöpfungstag (Earth Overshoot Day), der heuer auf das früheste Datum seit dem Beginn der Überlastung des Planeten in den 1970er Jahren fällt. Die für das Jahr 2017 natürlich verfügbaren Ressourcen sind also aufgebraucht. Für den Rest des Jahres lebt die Menschheit somit von den stillen Reserven der Erde. Auch die Schweiz lebe deutlich über ihren Verhältnissen, schreibt der WWF. Zugleich seien im Kampf gegen CO2-Emissionen europäische und globale Konzepte gefragt. Die Summe an Fläche, die benötigt wird, um dem Ressourcenverbrauch und dem CO2-Ausstoß zu entsprechen, ergibt den ökologischen Fußabdruck. Lebte die Menschheit unverändert weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Ganze Ökosystem wie Korallenriffe, Regenwälder oder Flusssysteme drohen zu verschwinden. Knapper werdende Ressourcen gelten auch als Ursache für Konflikte und Kriege. Damit ist der "Welterschöpfungstag" (Englisch: Earth Overshoot Day), um sechs Tage im Kalender nach vorne gerutscht. 1961 benötigte die Menschheit hingegen nur zwei Drittel der weltweit zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Aus WWF-Sicht kann die Öko-Schuld der Alpenrepublik nur durch die systematische Halbierung des Energieverbrauchs und den nahezu 100prozentigen Umstieg auf naturverträgliche, erneuerbare Energieversorgung abgebaut werden.

Auch die Verbauung der österreichischen Natur schreitet voran. So würden etwa täglich rund 15 Hektar wertvoller Boden unter Asphalt und Beton verloren gehen, was das Sechsfache des Zielwertes in der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie mit 2,5 Hektar bedeutet. "Angeblich wird bereits viel für Nachhaltigkeit unternommen, doch die Tatsache, dass der Overshootday nicht in Richtung Jahresende wandert, zeigt einmal mehr, dass alle bisherigen Maßnahmen zu kurz gegriffen haben", so Wolfgang Pekny, Geschäftsführer von Footprint Österreich. Durch diese Verbauung wird dem Boden die Fähigkeit zum Speichern von CO2 und Wasser genommen, wodurch Hochwasserereignisse immer schlimmere Folgen haben. Wie der WWF Schweiz berichtet, erreicht uns der Welterschöpfungstag jedes Jahr etwas früher. Einerseits steht das Angebot etwa an Wäldern, Feldern, Gewässern. Auch Abgase und Abfälle spielen eine Rolle - entsprechend groß ist der Fußabdruck von Industrienationen. Ebenso fallen Flugreisen und Autofahrten stärker ins Gewicht als öffentliche Verkehrsmittel.

Besonders problematisch erscheint in diesem Zusammenhang die rückwärtsgewandte Politik einzelner Industriesparten: "Die deutsche Autoindustrie arbeitet nicht konsequent auf eine nachhaltige Mobilität hin".

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