In Wohnung in Kiew gestellt

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Wie das Landesgericht Wien mitteilte, wurde bereits ein Auslieferungsantrag an die zuständigen Behörden gestellt.

Seisenbacher war am 19. Dezember unentschuldigt nicht zu seiner Verhandlung im Wiener Landesgericht erschienen. In welches Gefängnis Seisenbacher von den Kiewer Behörden gebracht wurde, ließ sich vorerst nicht eruieren. Diese koordinierten zwischen dem Bundeskriminalamt, den örtlichen Behörden und dem Landesgericht für Strafsachen.

Der 57-Jährige reagierte auf seine Festnahme völlig überrascht und leistete keinen Widerstand.

Auf die Spur des untergetauchten Ex-Judokas war man nach umfangreichen Telefonüberwachungen und Observationen durch Kontaktbeamte des Bundeskriminalamts in der Ukraine gekommen. Jetzt spürten ihn Zielfahnder in der Ukraine auf - laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA wurden ihm wohl regelmäßige Telefonate mit seiner in Wien lebenden Mutter zum Verhängnis.

Seisenbacher hatte bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 Gold geholt.

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere war Seisenbacher als Trainer seinem Sport treu geblieben. Im Bewusstsein seiner herausragenden sportlichen Erfolge und seiner Verdienste um den Judo-Sport sahen einige von ihnen in Seisenbacher - seit 1996 Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich - eine Art Zweitvater, den man uneingeschränkt bewunderte und nicht infrage stellte.

Erst Jahre später erstatteten die jungen Frauen Anzeige.

Vor seinem Prozess, in dem es um wiederholte Übergriffe in seiner Zeit als Trainer eines Wiener Judovereins zulasten ihm anvertrauter Mädchen gehen sollte, dürfte sich Seisenbacher schon länger nicht mehr in Aserbaidschan aufgehalten haben, wo er zuletzt als Trainer der Judo-Nationalmannschaft fungiert hatte und daher vermutet worden war.

Dort soll er 1997 erstmals ein damals neunjähriges Mädchen bedrängt haben. 2001 soll er sich dann während eines Judo-Sommerlagers an eine 16-Jährige herangemacht haben, die ihn jedoch abwehren konnte. Eine weitere Jugendliche wehrte ihn laut Anklage ab, als er zudringlich wurde - die Staatsanwaltschaft hat dieses Faktum als versuchten Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses angeklagt.

Der Angeklagte, für den die Unschuldsvermutung gilt, hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.

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