Monate ohne Sex: Kritik an neuer Blutspende-Richtlinie für MSM

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Nach einer neu formulierten Richtlinie der Bundesärztekammer dürfen schwule und bisexuelle Männer fortan zur Blutspende zugelassen, sofern sie ein Jahr keinen Sex hatten.

Eine Zulassung zur Blutspende ist danach zwölf Monate nach Beendigung des sexuellen Risikoverhaltens (Sex eines Mannes mit einem anderen Mann) möglich, da es "nicht zu einer Erhöhung des Risikos für die Empfänger von Blut und Blutprodukten" führt. Kritiker wenden ein, dass die neuen Regelungen noch immer nicht weit genug gingen und Betroffene diskriminierten.

Männer, die Sex mit Männern haben, sind bisher pauschal von der Blutspende ausgeschlossen - lebenslang.

Die Änderung ist in der "Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen" festgehalten und entstand unter der Federführung der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlich-Instituts. Eine HIV-Infektion könne man sechs Wochen nach dem letzten Sex sicher ausschließen. "Dort gilt ab 2018 eine Frist von nur noch drei Monaten", sagte Beck. Heterosexuelle und transgender Personen dürfen aber Blut spenden, solange sie kein persönliches "sexuelles Risikoverhalten" an den Tag legen. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) kritisiert die neue Richtlinie. "Diese Frist wäre nachvollziehbar - eine längere schließt viele Menschen weiterhin unnötig von der Blutspende aus", so Holger Wicht, Sprecher der Deutschen Aids-Hilfe, zum "Tagesspiegel". Dasselbe gelte für jene schwulen Männer, die in einer monogamen Partnerschaft lebten. Er stört sich daran, dass schwule Männer pauschal zu einer Risikogruppe zusammengefasst werden.

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