Nordkorea droht USA mit Angriff

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Pjöngjang. Die nordkoreanischen Streitkräfte drohen den USA mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Denn nun versuchte auch US-Verteidigungsminister Jim Mattis in der Presseerklärung NR-286-17 die Nordkoreaner oberlehrerhaft mit einer Mischung aus Belehrung und Androhung der Rute auf Linie zu bringen.

Erst wenige Minuten zuvor hatte US-Präsident Donald Trump im verbalen Schlagabtausch mit Nordkorea nachgelegt. Am "National Prayer Breakfast" schwelgte er noch in Erinnerung an seine TV-Zeit und liess es nicht aus, seinen Ersatz nach bester Trump-Manier anzuschwärzen. Solange die USA ihre feindselige Politik beibehielten, werde es keine Verhandlungen geben. Er wisse das Militär zu 100 Prozent hinter sich. Im gleichen Jahr vereinbarten die USA mit Japan die Verlegung von rund 5000 Marineinfanteristen von Okinawa nach Guam. Gefragt, was die USA noch mehr tun könnten als "Feuer und Wut", sagte Trump: "Wir werden sehen". Ein Krieg wäre eine Katastrophe.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich immer weiter zu.

Kritik an seinen Drohungen in Richtung Pjöngjang wies der Präsident zurück. Es sei an der Zeit, dass jemand "für die Menschen in den Vereinigten Staaten eintritt und auch für die Menschen in anderen Ländern", betonte er. "Things will happen to them like they never thought possible", sagte Trump vor Journalisten mit Bezug zu Nordkorea, sollte das Land die USA oder seine Alliierten angreifen. Daraufhin drohte das weitgehend isolierte Land mit dem Raketenbeschuss von Zielen im Umfeld von Guam. 2014 waren auf der Insel rund 6000 US-Soldaten stationiert.

Zudem würden bei einem Gegenschlag Pjöngjangs, der zwangsläufig folgen würde, Millionen Menschen sterben: In Südkorea, dessen Hauptstadt Seoul mit 10 Millionen Einwohnern nur 47 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, und wohl auch in Japan, das als US-Verbündeter auch im Visier Kim Jong-uns sein dürfte. Es müsse aber auch deutlich gemacht werden, dass die US-Streitkräfte über die präzisesten, erprobtesten und robustesten defensiven und offensiven Fähigkeiten der Welt verfügten. Er setzte weiter auf Diplomatie. Wenn es Nordkorea tatsächlich gelungen ist, Atomsprengköpfe so klein zu bauen, dass sie auf Interkontinental-Raketen passen, dann wäre bald auch auch Amerikas Festland bedroht. Während Washington sich noch bemüht, den Nordkorea-Ausbruch von Donald Trump zu relativieren, ist der schon längst beim nächsten Thema.

Trump erkenne offensichtlich nicht den Ernst der Lage und der jüngsten Stellungnahmen aus Pjöngjang, hieß es weiter. "Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen", hieß es in einer Stellungnahme der Armee.

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