Norovirus hält deutsches Team in Atem

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Die Welle von Magen-Darm-Erkankungen hat das deutsche Team bei der Leichtathletik-WM doch härter erwischt, als zunächst bekannt. Mannschaftsarzt Andrew Lichtenthal sprach bei einer Pressekonferenz von insgesamt 13 Verdachtsfällen bei Athleten und Betreuern in den vergangenen Tagen. "Bei den 13 Fällen ist es wahrscheinlich, dass sie das Norovirus haben", sagte der Mediziner.

Ein Athlet oder eine Athletin habe deswegen bisher auf einen Start verzichten müssen.

"Wir haben eine Ausnahmesituation", sagte Chefcoach Idriss Gonschinska und sprach von einem Krisenmanagement. Aktuell weisen noch "zwei Athleten und ein Betreuer" Symptome wie schwallartiges Erbrechen oder Durchfall auf, sagte Lichtenthal. "Wir wissen nicht, ob wir beide an den Start bringen können", sagte Lichtenthal und bezifferte die Einsatzchancen auf "50:50". Wegen der ärztlichen Schweigepflicht nannte Lichtenthal den Namen nicht. Die Starts liegen aber zeitlich später als der Ablauf der angeordneten 48 Stunden dauernden Quarantäne, die Gesundheit der Athleten habe in jedem Fall Priorität. Unsicher sei derzeit, ob der DLV seine Staffeln zusammenbekommt. "Das ist eine Meisterschaft, wie wir sie so noch nicht erlebt haben", sagte Gonschinska. Alle Athleten-Hotels seien von den Problemen betroffen. Olympiasieger Thomas Röhler, der deutsche Rekordler Johannes Vetter aus Offenburg und Andreas Hofmann belegen die ersten drei Plätze der Weltjahresbestenliste und sind Medaillenhoffnungen. Wo sie übernachten, sind bisher keine Norovirusfälle aufgetreten. Das Zentrum der Erkrankungen ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde ausgerechnet das deutsche Quartier.

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