Tote bei Protesten nach Präsidentenwahl in Kenia

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In Kenia ist es nach der Wiederwahl von Präsident Uhuru Kenyatta zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden nach Angaben von Polizei- und Rettungskräften mindestens zwei Menschen erschossen. Die Gesundheitsbehörde im westlichen Bezirk Kisumu berichtete von einem Toten und vier Verletzten, die mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht worden seien. Die Angaben stammen von einem Polizeikommandeur. In Kisumu genießt der unterlegene Oppositionskandidat Raila Odinga starke Unterstützung.

In einem Slum in der Hauptstadt Nairobi eröffnete die Polizei am Samstag das Feuer, um protestierende Anhänger der Opposition zu vertreiben.

Bewaffnete kenianische Polizisten in Nairobi gehen an brennenden Barrikaden vorbei, die Demonstranten angezündet haben.

Kenyatta war am Freitagabend von der Wahlkommission mit 54,27 Prozent der mehr als 15 Millionen abgegebenen Stimmen zum Sieger erklärt worden. "Lasst uns friedlich sein", sagte der 55-jährige Kenyatta, der sich mit dem Sieg eine zweite fünfjährige Amtszeit sicherte. "Wir sind keine Feinde, wir sind alle Bürger derselben Republik", erklärte er nach Verkündung des Wahlergebnisses. Er strebe eine Zusammenarbeit an, "so dass wir diese Nation gemeinsam aufbauen können". Internationale Wahlbeobachter hatten dagegen die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Dienstag als weitestgehend frei und glaubwürdig bezeichnet. Nachdem die Opposition Betrugsvorwürfe erhoben hatte, rief Kenyatta das ostafrikanische Land zur Einheit auf. Odinga sagte unter anderem, die Datenbank der Wahlkommission sei gehackt und zugunsten seines Kontrahenten manipuliert worden.

Nach den vorletzten Wahlen 2007 war eine Welle der Gewalt ausgebrochen, die mehr als 1000 Menschen das Leben kostete und rund 150.000 in die Flucht trieb.

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