Touratech AG: Geschäftsbetrieb geht weiter

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Touratech hat beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen einen Insolvenzantrag gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Dirk Pehl bestellt.

Am Freitagvormittag erbat sich Alexander Schönborn, der in der Marketingabteilung für Touratech beschäftigt ist, noch etwas Zeit, als der Schwarzwälder Bote Näheres über die vorläufige Insolvenz wissen wollte. Der Geschäftsbetrieb wird unverändert fortgeführt.

Touratech beschäftigt 400 Mitarbeiter, gilt als größter Arbeitgeber in Niedereschach und ist als innovatives Unternehmen, das 80 Prozent seiner Produkte in alle Welt exportiert, ein Aushängeschild für die Wirtschaft der Region. Produkte der ersten Stunde waren digitale Tachos, selbst gebaute Alukoffer für Motorrad-Touren sowie wasserdichte Motorradcomputer. Löhne und Gehälter sind bezahlt.

Ursache der Insolvenz sei die verspätete Umsetzung des Neubaus, der aufgrund einer erhöhten Nachfrage notwendig war, heißt es in der Presseerklärung. Die damit verbundenen Schwierigkeiten seitens Logistik und Fertigung sowie die in erheblichem Umfang entstandenen Produktions- und Lieferausfälle führten laut Anwalt schließlich zur Insolvenz. Die Teile werden von den Gründern auf langen Touren zum Beispiel durch Tibet, Bolivien, Mexiko und Südafrika unter härtesten Bedingungen getestet sowie auch bei der Rallye Paris-Dakar.

Der vorläufige Insolvenzverwalter wird sich nun erst einmal einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Touratech AG verschaffen und Sanierungsoptionen prüfen. Bereits vor dem Insolvenzantrag hatte Touratech daher mit einem Sanierungskonzept begonnen. Nun gelte es, die Restrukturierung umzusetzen und Möglichkeiten zu entwickeln, "um das Unternehmen auf eine gesunde finanzielle und wirtschaftliche Basis zu stellen, um den Standort und die Arbeitsplätze möglichst zu erhalten".

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