Erinnerung an Mauerbau vor 56 Jahren

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Die CDU-Politikerin mahnte vor diesem Hintergrund, die Erinnerung an die Grenz-Opfer aufrechtzuerhalten. Ihrer würdig zu gedenken, bleibe "elementarer Bestandteil der gesamtstaatlichen Erinnerungskultur". An der zentralen Gedenkstätte an der Bernauer Straße legten Grütters, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD) und Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) Blumenkränze nieder.

Auch die Arbeit von Gedenkstätten und Zeitzeugen trage dazu bei, "dass heute vor allem jungen Menschen ohne eigene Diktaturerfahrung die Werte Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vermittelt werden".

Stellvertretend für alle Todesopfer an der Berliner Mauer wurde im Rahmen einer Lesung in der Kapelle der Versöhnung an Czeslaw Jan Kukuczka erinnert. Der Pole war im März 1974 bei seiner Ausreise am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße hinterrücks erschossen worden.

Nach Erkenntnissen des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Stiftung Berliner Mauer kamen in Berlin 140 Menschen an der Mauer um, die meisten bei Fluchtversuchen. August 1961 begannen Grenzpolizisten mit der Errichtung einer Absperrung entlang der sowjetischen Sektorengrenze, wenige Tage später stand die Mauer. Der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität ermittelte in mehrjähriger Recherche, dass darüber hinaus an der innerdeutschen Grenze 327 Menschen aus Ost und West dem DDR-Grenzregime zum Opfer fielen. Sie teilte die Stadt 28 Jahre lang - bis zum 9. November 1989.

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft nannte den Beginn des Mauerbaus "ein Symbol für Trennung, Tötung und Unterdrückung zahlreicher Menschen". Diejenigen, die ihr Leben an der Mauer lassen mussten, dürften niemals vergessen werden.

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