Weiche Kontaktlinsen begünstigen Pilzinfektionen

Einstellen Kommentar Drucken

Kontaktlinsenträger sollten deshalb auf Vorbeugung setzen und alle vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen einhalten.

Würzburg. Weiche Kontaktlinsen können Pilzerkrankungen am Auge begünstigen. Ein klares Ergebnis daraus: "Der wichtigste Risikofaktor ist das Tragen weicher Kontaktlinsen", so der Würzburger Professor. Er hat an der Universität Würzburg den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie inne. "Anders als bei vielen anderen Pilzinfektionen sind hier oft junge, gesunde Patienten betroffen", erklärt Kurzai, der auch das Nationale Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen mit Sitz in Jena leitet. Sie analysierten 22 Fälle von Hornhaut-Infektionen durch Pilze.

Eine aktuelle Voruntersuchung zeigte, dass weiche Kontaktlinsen das Risiko erhöhen, an gefährlichen Pilzinfektionen im Auge zu erkranken. Bei den übrigen sieben der 22 Patienten hatten die Beschwerden entweder bakterielle oder andere, harmlosere Ursachen.

Die Schimmelpilze entwickeln sich, wenn beispielsweise die Aufbewahrungsbehälter für Kontaktlinsen zu warm gelagert werden. Ab und an sind die Kontaktlinsen, die nur für einen Tag oder eine Woche getragen werden sollen, einfach auch länger in Gebrauch. "15 der 22 Fälle waren ganz klar Infektionen mit diesen Schimmelpilzen", sagt Kurzai. "Das könnten Gründe dafür sein".

Die Betroffenen bemerken die Infektion meist durch eine starke Rötung des Auges, teils erhebliche Schmerzen und eine Sehverschlechterung.

Da eine Therapie einer solchen Infektion am Auge oftmals schwierig ist, weil viele der Pilze resistent gegen verfügbare Medikamente sind, entstehen oftmals irreversible Schäden an den Augen. Die Folgen können laut dem Experten dramatisch sein: Sehr häufig seien Hornhaut-Transplantationen nötig, in schlimmen Fällen bestehe der letzte Ausweg darin, das infizierte Auge operativ zu entfernen und durch ein Glasauge zu ersetzen.

Die Forscher betonen allerdings, dass 22 Fälle noch nicht für eine aussagekräftige Studie ausreichen. Die Analyse brauche eine noch bessere Datenbasis. "Wir appellieren darum an alle Augenärzte, möglichst viele Proben von Verdachtsfällen ans Register für Pilzkeratitiden zu schicken", so Kurzai weiter. "Mit Hilfe des Registers wollen wir unter anderem analysieren, welche Therapien besonders erfolgreich sind und mit welchen Erregern wir es überhaupt zu tun haben". "Endlich hat es mal jemand so konkret untersucht und veröffentlicht", sagte Oliver Hoppe, Ressortleiter Kontaktlinsen im Berufsverband der Augenärzte.

Comments