Kurz rügt Erdogans Einmischung

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Gabriel versuche, "uns eine Lektion zu erteilen".

Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatten sich am Freitag jede Einmischung der Türkei in den Bundestagswahlkampf verbeten. "Und wir verbitten uns jede Art von Einmischung in die Meinungsbildung". "Es ist nicht die Aufgabe eines türkischen Staatspräsidenten, Anweisungen für die Bundestagswahl zu geben". "Wir lassen nicht zu, dass in unserem Land zwei Bevölkerungsgruppen gespalten werden".

Berlin. Die von der Türkei veranlasste Festnahme des deutschen Autors Dogan Akhanli in Spanien und Angriffe von Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) sorgen für weitere Verschlechterung der angespannten Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnern. "Das sind alles Türkeifeinde".

Erdogan hatte türkischstämmige Wähler in Deutschland zuvor aufgefordert, bei der Bundestagswahl im September nicht CDU, SPD oder Grüne zu wählen.

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich überzeugt, dass Erdogans Aufruf keine große Wirkung haben werde. Gabriel sei "eine Katastrophe".

Derweil hat der österreichische Außenminister Sebastian Kurz die Einmischung Erdogans in den deutschen Wahlkampf und in die inneren Angelegenheiten von EU-Ländern scharf kritisiert.

Außenminister Gabriel hat eingeräumt, dass sein vor einem Monat verkündeter neuer Türkei-Kurs die Lage für die deutschen Häftlinge in der Türkei noch nicht verbessert habe. "Es tut mir leid, wenn sie eine Justiz haben, so haben wir hier auch eine", sagte Erdogan. "Wir werden uns von niemandem, auch nicht von Präsident Erdogan, da hineinreden lassen, dass unsere deutschen Staatsbürger, egal welcher Abstammung sie sind, (.) ein freies Wahlrecht haben", sagte Merkel am Freitagabend in Herford. Er polarisiere und trage Konflikte aus der Türkei in die EU hinein. "Ich glaube, dass wir auf eine längere Strecke diese neue Politik fortführen müssen und nicht glauben dürfen, in ein paar Wochen ist das erledigt".

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