Terroristen in Spanien horteten 120 Gasflaschen

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Der Gesuchte Abouyaaqoub könnte nach Informationen spanischer Medien der Fahrer des Lieferwagens sein, der am Donnerstag auf der Flaniermeile Las Ramblas in die Menschenmenge gerast war. Zwölf Patienten seien in kritischem Zustand, 25 weitere schwer verletzt - darunter viele Ausländer.

Barcelona. Drei Tage nach der Terrorattacke von Barcelona mit mehr als einem Dutzend Toten fahnden die Ermittler in Spanien weiter nach dem Fahrer des Anschlagswagens.

Inzwischen liegen noch 54 Terroropfer verletzt im Krankenhaus, wie die katalanischen Notfalldienste mitteilten. Die Männer waren in einem Wagen von der Polizei kontrolliert worden. Sie hatten wahrscheinlich Anschläge mit Messern geplant. Dort wurden auch Spuren des hochexplosiven Sprengstoffs TATP gefunden. Die Gasflaschen hätten sich in einem Haus in Alcanar befunden, wo durch eine Explosion die ursprünglichen Anschlagspläne durchkreuzt worden seien, teilten die Ermittler am Sonntag mit.

Was wollten die Täter mit 120 Gasflaschen?

Vorfall in Alcanar: In der Ortschaft in der Provinz Tarragona war am Mittwoch bei der Explosion in einem Wohnhaus mindestens Mensch ums Leben gekommen, sieben weitere wurden verletzt. Dennoch wird laut Polizeichef Josep Lluis Trapero nach drei Verdächtigen gefahndet, da die menschlichen Überreste in Alcanar noch nicht identifiziert seien.

Aussenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte bei einem Solidaritätsbesuch am Samstag in Barcelona, es werde trotz der Attentate keine Reisewarnungen für Spanien geben: "Wir wissen, dass die Terroristen versuchen, Angst und Schrecken in den Demokratien zu verbreiten".

Die Identität der mutmaßlichen Terroristen: Die Polizei geht nach eigenen Angaben von einer zwölfköpfigen Zelle aus. Er sei der Bruder eines der getöteten Terrorverdächtigen von Cambrils, hieß es.

Zu der Terrorzelle zählte den Ermittlungen zufolge ein marokkanisches Bruderpaar - der 17-jährige Moussa Oukabir, der zusammen mit vier weiteren mutmaßlichen Attentätern in Cambrils erschossen wurde, und sein 27-jähriger Bruder Driss Oukabir, der in Ripoll festgenommen wurde. Später teilte die Polizei mit, Oukabir sei als einer der Toten von Cambrils identifiziert worden. Nun richtet sich das Hauptaugenmerk der Fahnder auf einen 22-jährigen Marokkaner. Er soll aus Ripoll kommen.

Younes Abouyaaquoub gilt derzeit aus Hauptverdächtiger. Der Imam sei in den vergangenen zwei Jahren nach Belgien sowie nach Marokko und Frankreich gereist, berichtete die spanische Zeitung "El País" am Montag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Genauere Hintergründe sind unbekannt. Die Polizei glaubt, dass die Attacke hier vorbereitet wurde. Um wen es sich dabei handelt ist nicht bekannt. Triacetontriperoxid wurde bei früheren Terroranschlägen in London und Paris benutzt. Der verdächtige 22-jährige Marokkaner kommt aus der Stadt rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Die Polizei hätte das Haus von E. durchsucht, unter anderem um DNA-Proben zu nehmen. Es gebe die Vermutung, dass er zum Zeitpunkt der Explosion in der zerstörten Wohnung in Alcanar gewesen sein könnte. Er könnte der Kopf der Terrorzelle gewesen sein.

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