Gute Noten für Deutschland bei Integration von Muslimen

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Eine große Mehrheit der Muslime in Westeuropa fühlt sich mit dem Land, in dem sie leben, verbunden. Das ist das Fazit einer Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Die Integration muslimischer Einwanderer macht in Deutschland einer Studie zufolge gute Fortschritte. Spätestens seit der zweiten Generation sind sie mehrheitlich in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen.

Der Studie zufolge leben in Deutschland 4,7 Millionen Muslime.

Der Grad der Beschäftigung von Muslimen unterscheide sich kaum vom Bundesdurchschnitt der deutschen Erwerbsbevölkerung, hieß es.

Sprachkompetenz: Rund drei Viertel der in Deutschland geborenen Muslime, also Einwanderern in zweiter oder dritter Generation, wachsen mit Deutsch als erster Sprache auf. Ihr Anteil steige von Generation zu Generation. Das gilt auch für das Niveau der Schulabschlüsse. So verlassen in Frankreich nur 11 Prozent der Muslime vor dem 17. Lebensjahr ohne Abschluss die Schule.

Unter den befragten eingewanderten Muslimen beträgt der Anteil derer, die Deutsch als ihre erste Sprache bezeichnen, rund ein Fünftel. In Frankreich, wo Kinder gemeinsam länger lernten, sei es nur jeder neunte (elf Prozent).

Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung vergleicht international die Bedeutung von Religion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auch der Einkommensvergleich zwischen deutschen und britischen Muslimen unterstreicht die Abhängigkeit von staatlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Allerdings fällt es laut der Studie hoch religiösen Muslimen schwer, einen Job zu finden, der ihrem Qualifikationsniveau entspricht. Allerdings verdienen Muslime noch deutlich weniger. Auch bei der rechtlichen Anerkennung muslimischer Religionsgemeinschaften sei noch viel zu tun.

Islam-Expertin der Bertelsmann Stiftung. Nachholbedarf gibt es der Studie zufolge in den Bereichen Bildung und Antidiskriminierung. Die bisher bereits erzielten Erfolge in der Integration lassen sich auch daran ablesen, dass 84 Prozent der in Deutschland geborenen Muslime ihre Freizeit regelmäßig mit Nicht-Muslimen verbringen. Fast zwei Drittel der Muslime geben demnach an, dass ihr Freundeskreis nur zur Hälfte aus Muslimen besteht. Zugleich sei die Islamablehnung dort stärker ausgeprägt als in Deutschland: 28 Prozent lehnten Muslime als Nachbarn ab.

Diese Integrationsleistungen finden nicht überall Anerkennung. Jeder fünfte Bürger wolle hierzulande keine Muslime als Nachbarn haben. "Wenn sich Gesellschaften verändern, wird das immer auch als spannungsreich empfunden", sagt Vopel.

Frankreich zeichne sich dagegen durch "ein besonders chancengerechtes Bildungssystem aus". Er basiert auf repräsentativen Bevölkerungsumfragen.

Die Studie wurde im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen durchgeführt.

Verglichen wurde die Situation von Muslimen, die vor 2010 nach Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und in die Schweiz gekommen sind.

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