Neue Impfempfehlungen der STIKO mit einigen Änderungen

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Geänderte Impfempfehlungen bei Hepatitis A und B, Influenza und Tetanus.

Die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut enthalten gegenüber denen des Vorjahrs nur wenige Veränderungen. Ihre Impfempfehlungen werden jährlich aktualisiert, um aktuellen Entwicklungen und Erkenntnissen Rechnung zu tragen. Änderungen gibt es bei Impfungen gegen Hepatitis A und B, Influenza sowie Tetanus, wie aus dem Epidemiologischen Bulletin 34 hervorgeht. Alles in allem führe die Impfung dadurch nur zu einer geringen Reduktion der Fallzahlen. Neu empfohlene Schutzimpfungen sind nicht hinzugekommen. Zu den Neuerungen gehört auch ein Abschnitt zur Impfung von Patienten mit geschwächtem Immunsystem und eine Erläuterung dazu, warum die Kommission die Impfung gegen Herpes zoster - mit einem Lebendimpfstoff - derzeit nicht als Standardimpfung empfiehlt.

Außerdem empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Hepatitis A und B nun auch ehrenamtlich Tätigen, für die ein Risiko besteht, das mit dem von beruflich tätigen Personen vergleichbar ist. Die STIKO lehnt zur Zeit eine Empfehlung für diese Vakzine als Standardimpfung ab. Des Weiteren sind Auszubildende, Studierende und Praktikanten in diesen Bereichen nun ausdrücklich genannt. "Die STIKO stellt damit klar, dass die Indikation zur Impfung anhand des mit der jeweiligen Tätigkeit tatsächlich verbundenen Expositionsrisikos zu beurteilen ist und nicht beschränkt ist auf bestimmte Berufsgruppen", so die Mitteilung des RKI.

Bereits in der vergangenen Grippesaison hatten die Experten ihre Empfehlung, kleinere Kinder, die etwa unter chronischen Krankheiten leiden, bevorzugt mit dem über die Nase zu gebenden Lebendimpfstoff zu versorgen, vorläufig ausgesetzt. Da laut STIKO eine überlegene Wirksamkeit dieses Impfstoffs gegenüber den zu injizierenden inaktivierten Grippevakzinen nicht mehr nachweisbar ist, hat sie nun diese Empfehlung endgültig zurückgezogen. Dies stehe auch im Einklang mit der Empfehlung einer routinemäßigen Auffrischung des Tetanus-Impfschutzes alle zehn Jahre. Die Entscheidung basiere auf der systematischen Bewertung der Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs. Die Wahrscheinlichkeit, an Gürtelrose zu erkranken, nehme jedoch mit dem Alter zu, die Wirksamkeit der Impfung dagegen ab, so die STIKO: Bei 50- bis 59-Jährigen betrage die Schutzrate 70 Prozent, bei 70- bis 79-Jährigen 41 Prozent und bei Personen ab 80 Jahren nur noch 20 Prozent.

Neu eingefügt hat die Stiko einen Abschnitt zu Impfungen von Patienten mit Immundefizienz beziehungsweise Immunsuppression. Immunsuppression. Hier werden derzeit unter der Federführung der STIKO noch detaillierte Anwendungshinweise für Impfungen bei Patienten mit Immundefizienz bzw. Zudem sei die Schutzdauer der Impfung nur für wenige Jahre belegt. Diese sollen in vier gesonderten Publikationen im "Bundesgesundheitsblatt" bis Anfang 2018 veröffentlicht werden. Eine mathematische Modellierung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte bekräftigt die Entscheidung.

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