"Reichsbürger" steht wegen Ermordung eines Polizeibeamten vor Gericht

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Dem 49-Jährigen wird vorgeworfen, im Oktober 2016 einen Beamten eines Spezialeinsatzkommandos erschossen zu haben. Zwei weitere Polizisten seien demnach verletzt worden. Er sei anwesend, jeder wisse, wer er sei. Die Anklage wirft ihm Mord vor, außerdem dreifachen versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Bei dem Einsatz sollten die Waffen des Hobbyjägers beschlagnahmt werden, weil er bei den Behörden als nicht länger zuverlässig galt. Ein Gutachter sagte, der Angeklagte habe sich vor Kriminalität und vor Übergriffen durch Institutionen gesorgt . Die Polizei hätte ihn beschatten und stellen können, als er unbewaffnet gewesen sei. Er sehe sich zudem nicht als "Reichsbürger".

Als die Polizisten im Oktober das Haus in Georgensgmünd betraten, feuerte der Mann, der sich hinter einem Mauereck verschanzt hatte, elfmal auf die Eingangstür - nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mit dem Ziel, möglichst viele Polizisten zu verletzen oder gar zu töten.

P. trug der Anklage zufolge eine Schutzweste - die geladene Waffe schussbereit.

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik nicht als Staat an. Deutschlandweit rechnet der Bundesverfassungsschutz mit bis zu 12.600 Anhängern. Dementsprechend verstehen sich die Anhänger dieser Bewegung als Bürger des Deutschen Reichs - wahlweise mit den Grenzen von 1871 oder 1937. Sie sprechen Grundgesetz, Behörden und Gerichten die Legitimität ab und akzeptieren keine amtlichen Bescheide.

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