Schlafmangel erhöht die Risikobereitschaft

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Schlafstörungen und Schlagmangel wurden bereits mit einer Vielzahl gesundheitlicher Beeinträchtigungen in Zusammenhang gebracht, wobei neben der verringerten Konzentrations- und Leistungsfähigkeit insbesondere die negativen Auswirkungen auf das Gehirn und das Herzkreislaufsystem im Vordergrund stehen.

Chronischer Schlafmangel ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Nach einer Woche Schlafentzug aber verhielten sich elf der 14 jungen Männer signifikant risikofreudiger, so die Studie. Doch wieviel Schlaf braucht der menschliche Körper? Dabei sind sich die Betroffenen dieser erhöhten Risikobereitschaft jedoch nicht bewusst. Junge Erwachsene haben ein natürliches Schlafbedürfnis von durchschnittlich rund 9 Stunden pro Tag, bei älteren Erwachsenen sind es um die 7,5 Stunden, so die Wissenschaftler. Studien zufolge seien bei rund einem Drittel der Befragten aus Industrieländern die Schlafzeiten zu kurz. So steige mit dem Schlafdefizit die Risikobereitschaft. "Zwei Mal täglich mussten sie sich entscheiden, entweder einen kleineren Geldbetrag auf sicher zu erhalten oder eine größere Geldmenge mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit", so die Mitteilung der Universität Zürich. Je risikoreicher ihre Entscheidung, desto höher sei die mögliche Gewinnsumme ausgefallen - aber auch das Risiko, leer auszugehen.

Für ihre Studie liessen sie 14 männliche Studenten eine Woche lang jede Nacht nur fünf statt den normalen rund acht Stunden schlafen, sowie eine Nacht gar nicht, wie die Uni Zürich am Montag mitteilte.

Bedenklich war laut Aussage der Forscher außerdem, dass die Studenten ihr Risikoverhalten gleich einschätzten wie unter regulären Schlafbedingungen. "Wir bemerken selbst also nicht, dass wir unter Schlafmangel riskanter handeln", sagt Christian Baumann, Professor für Neurologie und Leiter des Klinischen Forschungsschwerpunkts "Sleep and Health" der UZH.

Die veränderte Risikobereitschaft ging auch mit einer veränderten Hirnaktivität der Probanden im Schlaf einher: Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine niedrige Schlaftiefe im rechten präfrontalen Kortex - einer Hirnregion, die an der Planung von Handlungen beteiligt ist - direkt mit dem erhöhten Risikoverhalten zusammenhängt. Das ist ein Gebiet der Hirnrinde, das schon früher mit Risikoverhalten assoziiert wurde. Gerade Menschen in Führungspositionen in Wirtschaft oder Politik sollten deshalb für genügend Schlaf sorgen.

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