Zu hoher Salzkonsum? Keine gute Idee!

Einstellen Kommentar Drucken

Diese wurde jetzt auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona vorgestellt. Bislang sei allerdings offen geblieben, ob die übermäßige Salzzufuhr auch das Risiko einer Herzschwäche erhöht. Pekka Jousilahti vom National Institute for Health and Welfare in Helsinki dieser Frage nachgegangen. Weitere Studien mit mehr Teilnehmern seien nötig, um diesen nun zu analysieren, so der Forscher.

In der Studie wurde der individuelle Salzkonsum bei 4.630 Teilnehmenden mittels 24-Stunden-Urinproben gemessen, was an dieser Stelle als Goldstandard zur Erhebung gilt. "Wer sich sehr salzreich ernährt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herzinsuffizienz zu erkranken", so das Fazit der Forscher auf dem ESC. Die Wissenschaftler untersuchten die aufgenommene Salzmenge und erhoben Gewicht, Größe sowie Blutdruck. Jene wurden zwölf Jahre lang beobachtet und schließlich mit folgendem Ergebnis ausgewertet: Das Risiko eine Herzschwäche zu entwickeln, ist für jene Probanden doppelt so groß, die mehr als 13,7 Gramm Salz täglich zu sich nahmen, als für diejenigen, die weniger als 6,8 Gramm konsumierten. Bei mehr als der Hälfte der Erwachsenen sind es sogar über zehn Gramm, wobei der physiologische Tagesbedarf bei zwei bis drei Gramm pro Tag liegt.

Der tatsächliche Konsum liegt aber weit darüber: Der durchschnittliche Salzkonsum liegt in Deutschland laut Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bei 8,4 Gramm (Frauen) und 10 Gramm (Männer).

Ein hoher Salzkonsum erhöht das Risiko für eine Herzschwäche deutlich. "Daten, wie sie die finnische Studie liefert, sind ein weiterer Hinweis, dass die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Krankheiten durch geeignete Ernährung und andere Lebensstil-Maßnahmen einen noch höheren Stellenwert haben sollte", so Podczeck-Schweighofer. Etwa 80 Prozent der täglichen Salzzufuhr, so die deutsche Verbraucherzentrale, stammt aus verarbeiteten Lebensmitteln. Hauptquellen sind Brot und Gebäck, Fleisch- und Wurstwaren sowie Milchprodukte und Käse. Häufig enthalten auch Fertiggerichte und Instantsuppen sehr viel Salz, ebenso salziges Knabbergebäck. So müsste auf vielen Ebenen ein Umdenken stattfinden, um insgesamt die Salzaufnahme deutschlandweit deutlich zu reduzieren und damit die gesundheitlichen Folgen des hohen Salzkonsums zu minimieren.

Comments