Deutsche Ärzte nur mäßig einfühlsam

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Coburg. Wenn Ärzte ihren Patienten einfühlsam begegnen, wirkt sich das positiv auf deren Gesundheit aus.

Um die konkrete Wirkung eines empathischen Umgangs von Arzt zu Patient zu erforschen, wurden nach Angaben der Wissenschaftler insgesamt 64 Studien in einer Metaanalyse ausgewertet.

Demnach werden Ärzte vor allem dann als einfühlend wahrgenommen, wenn sie die Sicht des Patienten verstehen, Verständnis äußern und bei ihrer ärztlichen Empfehlung die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigen. Nach einer großen, britischen Untersuchung sind Ärzte, die sich mehr Zeit für ihre Patienten nehmen, automatisch einfühlsamer und zeigen auch mehr Mitgefühl als ihre kurz angebundenen Kollegen. Je länger es dauert, umso mehr fühlen sich Patienten verstanden.

In einigen Fällen scheint Ärzten das Einfühlungsvermögen zu fehlen oder im Laufe ihrer beruflichen Praxis abzunehmen, stellen die Wissenschaftler fest. Und Ärzte in angelsächsischen Ländern scheinen häufiger den richtigen Ton zu finden als deutsche Mediziner. Ein Viertel ihrer Arbeitszeit müssen Therapeuten für Schreibtätigkeiten und Protokolle verwenden.

Die empathischsten Ärzte leben demzufolge in Australien, den USA und Großbritannien. Da bleibe der persönliche Kontakt zu den Patienten auf der Strecke.

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