Schäuble: Brexit ist Konjunkturmotor für Frankfurt

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"Ich bin davon überzeugt, dass sich der Trend der Konsolidierung in Europa und gerade in Deutschland beschleunigen muss", sagte John Cryan auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt.

"Ein zersplitterter Markt mit immer noch mehr als 1.700 Instituten ist eine schlechter Voraussetzung, um mehrere international wettbewerbsfähige Banken hervorzubringen", sagte Cryan mit Blick auf Deutschland. Deswegen plädiere er auch dafür, die derzeit noch in London ansässige Europäische Bankenaufsicht EBA an den Main zu holen. "Ich hoffe, wir werden uns mit den besseren Argumenten für den Standort Frankfurt durchsetzen".

Mit dem anstehenden Austritt Großbritanniens aus der EU dürfen Banken viele Geschäfte in Kontinentaleuropa nicht mehr aus der Finanzmetropole London heraus erledigen. Deshalb gibt es seit Monaten die Debatte, in welche EU-Städte die Jobs abwandern werden. Denn das Rennen sei eigentlich schon gelaufen.

"Hier sind die relevanten Aufsichtsbehörden, große Anwaltskanzleien und Beratungsfirmen, es gibt hervorragende Datenleitungen in die ganze Welt und wir haben einen internationalen Flughafen vor der Tür", untermauerte Cryan seine Einschätzung. Wieviele Stellen das größte deutsche Geldhaus wegen des Brexits von der Themse nach Frankfurt verlagern will, ließ Cryan offen. Fakt ist, dass bereits etliche ausländische Banken etwa aus Japan den Antrag auf eine Banklizenz hierzulande gestellt haben. Zwar würden auch in Dublin oder Paris neue Arbeitsplätze im Finanzsektor entstehen, doch verfüge keine dieser Städte über die Strukturen, um einen substanziellen Teil des Geschäfts aus London zu übernehmen. "Der Brexit könnte zu einem riesigen Konjunkturprogramm für Frankfurt werden".

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