Deutsche schulden den Krankenkassen mehr als sieben Milliarden Euro

Einstellen Kommentar Drucken

Doch tatsächlich gibt es gewaltige Probleme: Die Beitragsschulden in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen von Monat zu Monat, und zwar immer schneller: Im Sommer haben sie erstmals die Marke von sieben Milliarden Euro überschritten.

Demnach sind die Beitragsschulden allein seit Beginn des Jahres bei den 113 Kassen um rund eine Milliarde Euro gestiegen. Damit habe sich der Schuldenstand in der abgelaufenen Wahlperiode nahezu verdreifacht.

In Deutschland besteht seit 2007 eine Pflicht zur Krankenversicherung. Wer seine Beiträge aus welchen Gründen auch immer nicht zahlt, gerät gegenüber seiner Versicherung in Zahlungsverzug.

Der größte Teil des Schuldenbergs entfällt auf die Selbstständigen.

Die Versicherten schulden den Krankenkassen mittlerweile mehr als sieben Millionen Euro. Verantwortlich dafür wird die besondere Form der Beitragsberechnung gemacht. Dabei liegt die Annahme zugrunde, dass Selbstständige in der Regel gut verdienende Unternehmer sind, die Angestellte haben. Dieser sollte verhindern, dass sich selbstständig Tätige "arm rechnen". Als Hauptverursacher für den Anstieg gelten kleine Selbstständige mit geringem Einkommen, sogenannte Solo-Selbstständige. Sie stellen mehr als zwei Drittel der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Selbstständigen. Man geht bei Selbstständigen grundsätzlich von einem Mindesteinkommen von derzeit 2.231 Euro monatlich aus. Den veranschlagten Bruttomonatsverdienst erreichen sie nicht - und werden daher mit unverhältnismäßig hohen Beitragszahlungen belastet. Geringverdiener müssen bis zu 46 Prozent ihres Einkommens an die Krankenkasse zahlen. Bei Arbeitnehmern liegt der Anteil bei 8,4 Prozent.

Comments