Superfish Werbesoftware: Millionen-Strafe für Lenovo

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Das Verfahren, das seit 2015 lief, war aufgrund von Klagen mehrerer Kunden gegen Lenovo eröffnet worden, weil die Adware Visualdiscovery von Superfish auf Rechnern des Computer-Herstellers vorinstalliert war, welche die Nutzer ausspionierte und auch personenbezogene Informationen sammelte. Allerdings kann es sich auch in per SSL-Verschlüsselung geschützte Verbindungen einschalten, ohne dass die Nutzer etwas davon mitbekommen. Das stellte beispielsweise beim Onlinebanking eine Gefahr dar, weil die verschlüsselten Kanäle nicht mehr sicher waren.

Lenovo habe nicht nur die Privatsphäre der Verbraucher, sondern auch den Onlinesicherheitsschutz gefährdet, auf den die Verbraucher vertrauten, erklärte Maureen K. Ohlhausen, die amtierende FTC-Chefin, am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Im Rahmen des Vergleichs mit der FTC wurde es Lenovo untersagt, auf Laptops ungefragt Software vorab zu installieren, die Werbung beim Websurfen einschleust.

Für Kunden wesentlich erfreulicher: Lenovo muss für die nächsten 20 Jahre ein Sicherheitsprogramm für nahezu alle vorinstallierte Software entwickelt, zudem müssen Kunden über die Funktion von Software klar aufgeklärt werden und der Installation zustimmen. Neben Lenovo haben auch andere Hersteller wie Dell PCs mit der gefährlichen Superfish-Software ausgeliefert. Im Fachjargon werden diese Programme Bloatware - etwa Bläh-Software - genannt. Durch die Software soll Lenovo lediglich Einnahmen in Höhe von maximal 250.000 US-Dollar generiert haben, denen neben der jetzt fälligen Zahlung auch ein Imageverlust entgegenstehen dürfte.

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