VW-Restrukturierung soll nicht ausgesetzt werden

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Er sagte aber, der Konzern führe mittlerweile regelmäßig Gespräche mit vielen Herstellern. Was genau, ist aber noch ungewiss. "Wir sind ein großer Konzern und haben kein Interesse daran, noch größer zu werden", sagte Müller.

Es kommen milliardenschwere Zahlungen wegen der Abgas-Affäre auf das Unternehmen zu - nun will Volkswagen sich verkleinern: Einige Unternehmensbereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören, will der Wolfsburger Automobilkonzern offenbar loswerden.

Gerüchte über eine Fusion mit dem Konkurrenten Fiat Chrysler seien aber "Spekulation", sagte Müller dem Blatt. Gut informierten Kreisen zufolge gibt es keine Entscheidung. Ein VW-Sprecher sagte, dass er Marktspekulationen nicht kommentiere. Müller äußerte sich dazu nicht.

Er wies darauf hin, dass das LKW-Geschäft und die Nutzwagensparte von VW mit einem Umsatz 36 Milliarden Euro rund 16,6 Prozent des Gesamtumsatzes ausmache.

"Wir lassen uns von keinem die Entscheidung diktieren": Die Restrukturierung geht weiter, versichert Volkswagen-Konzernchef Müller dem "Wall Street Journal". Diese machten bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes von Volkswagen aus. "Wir brauchen kein Geld, und unsere Töchter sind deshalb auch nicht für Schnäppchenjäger zu haben", hatte ein Sprecher des Konzernbetriebsrats zuvor gesagt.

Müller widersprach Berichten, wonach der Verkauf von Ducati wegen des Widerstands der Arbeitnehmervertreter im VW-Aufsichtsrat auf Eis gelegt worden sei. "Ein Verkauf wird nicht stattfinden", erklärte der Sprecher Ende Juli. Da die IG Metall und der Staat in die Entscheidungen involviert seien, bräuchten diese strategischen Debatten Zeit. Wirtschaftlich hat Volkswagen keinen Anlass, sich von seiner Motorradtochter zu trennen. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern Erlöse von 217 Milliarden Euro. Der Verkauf ist eher eine Bereinigung des Portfolios, wie sie Müller angekündigt hatte. Dies spülte 2,2 Milliarden Euro in die Kasse. Der Autobauer hielt 50 Prozent an LeasePlan, war 2004 dort eingestiegen und verhandelte Anfang 2009 noch über eine Komplettübernahme.

Derweil will sich der in Amerika im Dieselskandal zu einer langen Haftstrafe verurteilte frühere VW-Ingenieur gegen den Richterspruch wehren. Der ehemalige Manager war Ende August als erster Angeklagter in der VW-Abgasaffäre in den Vereinigten Staaten verurteilt worden, und zwar zu drei Jahren und vier Monaten Gefängnis sowie einer Geldstrafe von 200.000 Dollar.

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