"Großer Respekt": Bundesliga-Debüt von Bibiana Steinhaus

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Ob nun historisch oder nicht - mit ihrer fehlerfreien Leistung hat Steinhaus überzeugt. In Berlin machte sie ihre Sache gut. Die Berliner trennten sich 1:1 (1:0) von den Norddeutschen. 500 "Bibiana-Steinhaus-Tickets" für Frauen mit einem Sondernachlass in Höhe von 50 Prozent waren im Vorfeld angeboten worden.

Nach 19 Minuten beschwerten sich die Gäste über eine abgepfiffene Vorteil-Situation im Mittelfeld, allerdings sehr zaghaft.

Schon vor der Partie konzentrierte sich alles auf Steinhaus. So hatte sie eine resolute Ansprache, als es galt, in der 28. die Streithähne Esswein (Hertha) und Eggestein (Bremen) zu beruhigen - und sie zeigte Fingerspitzengefühl, als sie in der 38. trotz eines Fouls von Veljkovic am Berliner Darida weiterspielen ließ. Steinhaus habe bei zwei entscheidenden Situationen im Spiel richtig gelegen, und die Kommunikation mit den Spielern sei auf dem Platz gut gewesen. "Und das hat sie auf jeden Fall gezeigt", sagte Werder-Profi Thomas Delaney, der in der 59. Minute das Tor zum Endstand erzielte. Dass sie nach einem vermeintlichen Foul an Herthas Valentin Stocker (76.) im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied, quittierte das Heimpublikum mit gellenden Pfiffen, der Videoassistent gab ihr jedoch schließlich recht. Wohl wissend, dass sie von manch einem künftig darauf überprüft wird, ob sie ihre Sache in einer von Männern dominierten Branche gut macht. "Vorverurteilungen sind einfach unangebracht", so Steinhaus. "Ein respektvoller Umgang ist das, was ich mir wünsche", sagte Steinhaus.

Berlin - Werder Bremen ist auch in der dritten Runde der deutschen Fußball-Bundesliga ohne Sieg geblieben. Neben dem Einspieler hatte Hertha anlässlich des Steinhaus-Debüt noch eine zweite Überraschung in petto. Nicole Petignat war zwischen 1999 und 2008 Unparteiische in der ersten Schweizer Liga und pfiff auch im Uefa-Pokal.

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