US Open: Nadal lässt Anderson keine Chance

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Im Final trifft Nadal auf Kevin Anderson. Erst zog es ihn zu seinem Bruder auf die Tribüne, dann in seine Box zu Frau und Trainer. Anderson steht in New York als erster Südafrikaner seit Cliff Drysdale 1965 im Final.

Mit 4:6, 7:5, 6:3, 6:4 hatte er sich im Außenseiter-Duell gegen Pablo Carreno Busta durchgesetzt und damit die Chance genutzt, die sich ihm dank der Auslosung und der kurzfristigen Absage von Andy Murray vor dem Turnier geboten hatte. "Dafür habe ich so hart gearbeitet", sagte Anderson noch auf dem Platz. Im Gegensatz zu Nadal hatte er große Probleme, seine Aufschlagspiele durchzubringen. Besonders offensichtlich wurde das im zweiten Satz.

Rafael Nadal und Kevin Anderson haben heute (Ortszeit) nach Viersatzsiegen den Einzug ins Endspiel der US Open geschafft. Dazu hatte er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, im Januar erst wurde er an der Hüfte operiert und stürzte bis auf Weltranglistenplatz 80 ab. Beide kennen sich seit fast 20 Jahren, schon in Jugendzeiten kreuzten sich immer wieder ihre Wege. Nadal siegte in 2:27 Stunden mit 6:3, 6:3, 6:4. Vor einem Jahr hätte der Spanier das noch als "unmöglich" erachtet, jetzt spricht wenig gegen den dritten US-Open-Triumph in seiner Karriere.

Kevin Anderson
AP Andres Kudacki Der Südafrikaner fand keinen Weg aus der Defensive

In der Weltrangliste baut Nadal seinen Vorsprung weiter aus. Für Anderson jedoch war schon ein Grand-Slam-Halbfinale Neuland. Und wenn der 31-Jährige erst einmal so weit gekommen ist, lässt er sich nur schwer stoppen. Davon zeigte sich der zunehmend müder werdende Argentinier derart beeindruckt, dass er letztlich komplett den Faden verlor.

Der Deutsche Alexander Zverev hat übrigens trotz seines Zweitrunden-Outs in Flushing Meadows sein London-Ticket wie Nadal und Federer schon fix, Thiem fehlen aktuell nur noch gut 400 Zähler. Anderson mangelt es aufgrund seiner Körpergröße aber an Beweglichkeit, wenn er das Spiel nicht diktieren kann und selber laufen muss, unterlaufen ihm Fehler. Sollte Nadal am Ende tatsächlich den Titel gewinnen, wäre die Zeit im Tennis endgültig zurückgedreht. Zverev rückte anschließend so hoch in der Weltrangliste wie nie zuvor, er war selbstverständlich einer der Mitfavoriten bei den Offenen Amerikanischen Meisterschaften, beim Grand Slam-Abschluss des Jahres 2017 - erst recht, nachdem er in der unteren Auslosungshälfte als besteingestufter Profi verblieben war.

Dabei wusste Nadal - ähnlich wie Roger Federer - vor einem Jahr nicht, ob er es überhaupt nochmal zurück an die Spitze schaffen wird. Das Endspiel bezeichnete er als das "wahrscheinlich wichtigste Match", dass er in diesem Jahr noch spielen werde. "Also werde ich versuchen, mein Bestes zu geben". In Toronto 2010, und bei den Australian Open 2015 jeweils auf Hartplatz sowie heuer in Barcelona holte Anderson keinen Satz, immerhin das gelang ihm allerdings 2015 am Saisonende beim Pariser Hartplatz-Hallenturnier.

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