Zetsche: Mercedes wird komplett elektrifiziert, Smart bald nur noch als Elektroauto

Einstellen Kommentar Drucken

Frankfurt (Reuters) - Daimler rechnet beim Ausbau seines Elektroauto-Absatzes mit niedrigeren Renditen im Pkw-Geschäft als derzeit.

"Bis 2022 werden wir das gesamte Produktportfolio von Mercedes-Benz elektrifizieren", sagte Zetsche auf dem Kapitalmarkttag in Sindelfingen. Es bestehe aber das Risiko eines Rückgang auf rund acht Prozent. Doch das Unternehmen müsse für eine Übergangsphase vorbereitet sein für einen Korridor von 8 bis 10 Prozent bei der operativen Gewinnmarge.

Kurz vor Beginn der Automesse IAA stellte nach BMW damit auch Daimler neue Pläne zum Ausbau der Elektromobilität vor. Den Stadtflitzer Smart ForTwo will er ab 2020 sogar nur noch als vollelektrischen Stromer anbieten. Daimler-Chef Dieter Zetsche zufolge soll das durch eine schnellere Markteinführung neuer Produkte sowie eine geringere Fertigungstiefe erreicht werden. Ein Dutzend soll rein elektrisch sein. Da die Batteriekosten rasch sänken, sei es möglich, bis 2025 die heute noch teureren Elektroautos zu gleichen Kosten zu produzieren wie die mit Benzin- oder Dieselmotoren. Denn Elektroautos hätten zumindest am Anfang eine deutlich geringere Gewinnmarge als die Mercedes-Modelle mit Verbrennungsmotor. "Verbrennungsmotoren bleiben über längere Zeit das Rückgrat für die CO2-Ziele und auch unsere Finanzstärke", sagte Zetsche.

Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sollen in diesem Jahr und dem nächsten Jahr bei rund 7 Prozent des Umsatzes liegen, vergangenes Jahr betrug die Quote 6,4 Prozent. Der Löwenanteil der Kostensenkungen will Mercedes-Benz jedoch über die Produktion und Fixkosten hereinholen. So etwa will der Stuttgarter Autobauer bei Elektroautos noch weniger selbst herstellen als bei den konventionell angetriebenen. Dazu will der Konzern künftig unter anderem mehr Teile von Zulieferern beziehen.

Comments