Steinhaus-Debüt: Remis zwischen Hertha BSC und SVW

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Berlin - Hertha BSC hat gegen Werder Bremen wieder nicht gewinnen können. Steinhaus hatte gelassen reagiert und die Aktion mit Humor genommen.

Schon vor der Partie konzentrierte sich alles auf Steinhaus. "Das war lustig! Sie hat das gut gemacht, war gut drauf".

Besondere Würdigung erfuhr die Unparteiische von der Hertha, die zu ihren Ehren einen Video-Einspieler produziert hatte, der Steinhaus in eine Reihe mit "Berliner Größen" wie Marlene Dietrich und Angela Merkel stellte.

Klare Kommunikation, lockeres Auftreten und dennoch ein strenges Regiment: hitzige Situationen löste sie souverän. Ansonsten erlebte die 38-Jährige den Alltag eines Bundesliga-Referees: Gemecker der Spieler und Unmutsbekundungen der Fans bei strittigen Situationen.

Auch Steinhaus selbst zog ein positives Fazit: "Für uns ist es entscheidend, nach 90 Minuten nicht im Fokus zu stehen". "Ich bin ehrlich gesprochen erleichtert, dass es um ist", sagte die 38-Jährige und betonte: "Ich freue mich, wenn ab morgen die Normalität wieder Einzug hält".

Nach all dem Wirbel der vergangenen Tage sehnt sie sich nun nach "Normalität".

Auch die beiden Trainer waren mit der Leitung zufrieden. 500 "Bibiana-Steinhaus-Tickets" für Frauen mit einem Sondernachlass in Höhe von 50 Prozent waren im Vorfeld angeboten worden.

"Großer Respekt", sagte Berlins Stürmer Vedad Ibisevic. "Ich hätte nichts dagegen, wenn wir mehrere Frauen in der Bundesliga hätten", sagte der Hertha-Kapitän. Vor dem Spiel war Steinhaus gefragt worden, welche Schlagzeile sie nach ihrem Debüt lesen wolle. Sogar Spaniens Torwart-Legende Iker Casillas vom FC Porto gratulierte ihr auf Twitter und schrieb: "Alles Glück der Welt für Bibiana Steinhaus und für alle Frauen, die nach ihr kommen!"

Bibiana Steinhaus warf einen letzten prüfenden Blick auf ihre Uhr, dann beendete die erste Schiedsrichterin der Bundesliga ihre historische Premiere mit dem Schlusspfiff und einem breiten Lächeln.

Guido Burgstaller hat am Sonntag sein erstes Saisontor für den deutschen Bundesligisten Schalke 04 erzielt. Für DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich war es "einfach an der Zeit", dass die Polizeihauptkommissarin den Sprung in die Eliteklasse schafft.

Im Frauenfußball leitete sie unter anderem das Finale der WM 2011 sowie das Finale der Olympischen Spiele 2012. Die Berliner mussten sich am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit einem 1:1 begnügen.

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