Acht aus Deutschland abgeschobene Afghanen in Kabul eingetroffen

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Es werde aber auch in Zukunft bei dieser Linie bleiben, betonte de Maizière.

Ein Flugzeug der Flugline Smart Wings brachte mehrere Afghanen von Düsseldorf nach Kabul.

Die abgelehnten Asylbewerber trafen am Morgen mit einem Charterflug in der Hauptstadt Kabul ein. Die Zahl wollte de Maizière nicht bestätigen.

Bayerns Innenminister, Joachim Herrmann (CSU), sagte, drei der acht Abgeschobenen kämen aus seinem Bundesland. Einige der eingetroffenen Afghanen trugen kleine Rucksäcke, andere hatten kein Gepäck bei sich.

Ein abgeschobener Afghane erhob nach der Ankunft schwere Vorwürfe: "Sie sagten mir, es gibt kein Problem in Deinem Land, und Du kannst dort leben, also kannst Du nicht mehr hier bleiben", sagte Mohammed Dschamschidi der AFP, bevor er in ein Taxi stieg. Und dann legte er nach: Er kritisierte, dass "in jeder Ecke Europas" Flüchtlinge aus Syrien bevorzugt behandelt würden. "Die Rückführungen sind alle erfolgt aus der Strafhaft, in einem Fall aus der Abschiebehaft".

Deutschland hatte mit der afghanischen Regierung im Oktober vergangenen Jahres vereinbart, dass abgelehnte Asylbewerber wieder in das Land abgeschoben werden können. Sie hätten "erhebliche Straftaten im allgemeinen Kriminalitätsbereich" begangen. Auch Täter hätten in einem Rechtsstaat "Anspruch auf Schutz".

Es war die erste Sammelabschiebung nach Afghanistan seit dem Anschlag vom 31. Mai in Kabul.

Nach Kritik an den jüngsten Abschiebungen in das Bürgerkriegsland Afghanistan hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (Artikelbild) die Aktion verteidigt. Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium verständigten sich darauf, zunächst ein neues Lagebild zu erstellen. Lediglich Straftäter, Gefährder und Asylbewerber, die in ihrem Verfahren nicht kooperieren, durften weiter zwangsweise zurückgeführt werden. "Alle acht Personen sind wegen erheblicher Straftaten verurteilt worden", sagte de Maizière am Mittwoch in Berlin mit Blick auf die Betroffenen. Die Sicherheitslage für die Menschen am Hindukusch sei regional unterschiedlich und hänge stark von individuellen Faktoren wie Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Beruf und Geschlecht ab, heißt es in dem vertraulichen Dokument, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

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