Fall Niklas: Mutter des totgeprügelten Schülers sitzt in der Türkei in U-Haft

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Düsseldorf/Bonn. Im Mai 2016 starb der Schüler Niklas P.an den Folgen einer Prügelattacke. Viele zeigten vor allem Mitgefühl für Niklas' Mutter, Denise P. Sie musste am Ende miterleben, dass niemand für die Tat, die ihren Sohn das Leben kostete, zur Rechenschaft gezogen wird.

Ihr werde der Diebstahl eines Handgepäckstücks vorgeworfen. Vor Ort wird Dénise P. vom Deutschen Konsulat betreut. Auch aufgrund einer Vorschädigung im Gehirn war er einige Tage später gestorben. Seitdem prüft die Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungsansätze, konkrete Hinweise gibt es bislang aber nicht.

Von dem anstrengenden Prozess wollte sich Denise P. laut Dr. "Sie hatte sich dafür die Türkei ausgesucht, weil sie das Land liebt". Doch auf dem Transfer zurück zum Flughafen wurde sie gemeinsam mit ihrem Partner verhaftet. Ihrer Schilderung zufolge handelt es sich um eine Verwechslung, berichtete der Pfarrer. In der Hotellobby habe sie eine Gürteltasche an sich genommen, die wie ihre eigene Tasche aussah. Die Polizei habe den Bus zum Flughafen angehalten. In der Tasche hätten sich zwei Handys befunden. Mit einer Bearbeitung ihres Falls könne sie erst Mitte September rechnen, heißt es in diversen Medienberichten. Das seien die gängigen Bearbeitungsfristen bei vergleichbaren Fällen.

In der Türkei seien derzeit Gerichtsferien. Der Rechtsanwalt erwarte nun einen zeitnahen Haftprüfungstermin. Die Haftbedingungen seien landesüblich, sagte Picken.

Eine Beeinflussung des Verfahrens durch die gegenwärtigen politischen Spannungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei oder unmittelbare politische Gründe für die Festnahme sehen weder der Anwalt noch der Pfarrer. Er begleitet Denise P. seit dem Tod ihres Sohnes als Seelsorger und hat auch schon während des Prozesses Presseanfragen zu Denise P. beantwortet. Man kann sich nicht vorstellen, was die Haft seelisch und auch physisch für sie und ihren Partner bedeutet. "Es ist erstaunlich, mit wie viel Tapferkeit und Kraft Frau P. auch dieser Situation begegnet".

Die Familie habe die Möglichkeit, einmal die Woche mit ihr zu telefonieren.

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