Tief "Sebastian" bringt weiten Teilen Deutschlands Sturm und Starkregen

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Ein Rollstuhlfahrer ertrank in der Elbe. Die Polizei bestätigte aber noch keinen Zusammenhang mit dem Sturmtief "Sebastian". Ein Passant ist in Hamburg bei starkem Wind von einem umfallenden Baugerüst erschlagen worden. Derzeit gehe man noch davon aus, dass dies nur eine temporäre Maßnahme sei. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte am Dienstag für die kommenden Tage Sturm und Dauerregen voraus. Auch am Donnerstag erwartet der Deutsche Wetterdienst heftige Böen.

An der Nordseeküste verzeichnen Meteorologen teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

In Flensburg schlossen wegen der Sturmwarnungen die städtischen Kindertagesstätten, gleichzeitig gab es eine Empfehlung für Schulen, ebenfalls zu schließen. An der ostfriesischen Küste wurde für den Abend und die Nacht ein Pegel von rund einem Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet.

Auch Teile von Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen können Jung zufolge mit Spitzenböen um 100 km/h rechnen, in Richtung Mainlinie seien Böen zwischen 80 und 90 km/h realistisch. Somit muss mit einem Anstieg der Flusspegel gerechnet werden, auch leichtes Hochwasser in den betreffenden Regionen ist nicht ausgeschlossen. Gefahren drohten etwa durch entwurzelte Bäume oder herabstürzende Dachziegel.

Ab Mittwochvormittag kommt es verbreitet zu orkanartigen Böen um 110 km/h aus Südwest bis West.

Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus. Bäche und Flüsse könnten Hochwasser führen, zudem seien Überschwemmungen von Straßen und Erdrutsche möglich.

Im nordrhein-westfälischen Duisburg riss der Sturm zahlreiche Bäume aus dem Boden. Auch eine Ampel wurde abgeknickt. Mehrere Autos wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. So sorgte "Sebastian" etwa in den Landkreisen Verden und Osterholz für entwurzelte Bäume und umherfliegende Gegenstände. "Die Polizei, die Feuerwehren und die Straßenmeistereien haben zur Zeit alle Hände voll zu tun", hieß es.

Der erste schwere Herbststurm des Jahres führt auch im europäischen Flugverkehr zu Beeinträchtigungen. Die Fluggesellschaft KLM strich rund 60 innereuropäische Flüge, teilte KLM mit. Auf dem Amsterdamer Drehkreuz Schiphol mussten Start- und Landebahnen aufgrund der Starkwindböen zeitweise geschlossen werden. Der Flughafenbetreiber warnte Reisende vor massiven Verspätungen.

In den Niederlanden beeinträchtigte der Sturm den Luftverkehr stark. Der Wind erreichte an manchen Orten Stärke 10 mit Geschwindigkeiten von bis zu 126 Stundenkilometern. Auch der Fährdienst zu den Wattenmeerinseln war stark eingeschränkt.

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