Kleinkinder sollten nicht auf dem Schoß der Eltern rutschen

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Zudem warnt Inke Ruhe von der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder", Eltern davor, sich auf dem Spielplatz vom Smartphone ablenken zu lassen.

Demnach hat sich zwischen 2008 und 2015 die Zahl der Unfälle auf Spielplätzen von Kindern unter fünf Jahren mehr als verdreifacht.

Viele schwere Verletzungen auf Spielplätzen könnten Eltern nach Ansicht von Experten vermeiden. Forscher hatten etwa 12.700 Rutsch-Unfälle in den USA analysiert. Sie verweist auf eine Studie aus Österreich aus dem Jahr 2016. Erwachsene nehmen Kinder auf der Rutsche auf den Schoß, um diese vor Verletzungen zu schützen oder weil die Kinder sich nicht trauen, alleine zu rutschen. Wenn das Kind dagegen alleine rutscht, sind ihre Beine viel geringeren Kräften ausgesetzt. "Dieser Anstieg könnte auf den Faktor ‹Ablenkung› durch die zunehmende Smartphone-Nutzung zurückzuführen sein", heisst es in der Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) aus dem vergangenen Jahr. Sollten sie es doch tun, sei "extreme Vorsicht" nötig. Jennissen beschreibt Reaktionen auf seine Ergebnisse so: "Die Eltern haben keine Vorstellung davon, dass sie durch ihr Verhalten solche schweren Verletzungen verursachen können. Sie sagen oft, dass sie es niemals getan hätten, wenn sie vorher von dem Risiko gewusst hätten".

Barbara Ludwikowski, Chefärztin der Chirurgie des Kinderkrankenhauses auf der Bult in Hannover, beobachtet ähnliche Fälle wie die amerikanischen Forscher: "Bei unseren eigenen Patienten sehen wir zunehmend Unterschenkelbrüche von Kleinkindern, die mit Begleitpersonen rutschen". Eine Studie zur Zahl solcher Unfälle in Deutschland gebe es nicht.

Unterschenkelbrüche nahe dem Sprunggelenk sind besonders anfällig für Probleme während und nach der Heilung. Durch die Kraft, welche bei der Vorwärtsbewegung eines Erwachsenen mit einem Kind auf den Schoß auf einer Rutsche auftritt, würden die Knochen des Kindes indes leicht brechen, wenn der Fuß des Kindes an der Rutsche hängen bleibt, berichten die Forscher. Schmittenbecher sagt aber auch: "Komplizierte Brüche kommen aber bei Spielplätzen nicht so häufig vor". Bei knapp jedem fünften Fall handelte es sich um Platzwunden. Ein- bis Zweijährige waren den Daten zufolge beim Rutschen besonders gefährdet.

Die Wissenschaftler der University of Iowa stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass wenn Erwachsene mit Kleinkindern auf ihrem Schoß rutschen, dadurch die Wahrscheinlichkeit von Beinbrüchen bei den Kindern erhöht wird.

Achtung! Genau dies sollten Eltern unterlassen und Kinder alleine rutschen lassen.

Die Mediziner untersuchten die Arten von Verletzungen, die junge Kinder auf Spielplatzrutschen erlebten. Auf diese Weise landet das Kind sicher auf den Füßen, oder zumindest mit dem Hintern zuerst auf dem Boden.

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