Millionen Abtreibungen, die Hälfte gefährlich

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Problematisch sind Abtreibungen insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Fast die Hälfte der jährlich knapp 56 Millionen Abtreibungen weltweit wird laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit unsicheren Methoden durchgeführt. In 25,1 Millionen Fällen seien Frauen mit Praktiken konfrontiert, die als fragwürdig oder gefährlich erachtet werden, heißt es in einer Studie von der WHO und dem amerikanischen Guttmacher-Institut, die jetzt im Fachblatt "The Lancet" erschienen ist. In den Industrieländern dagegen kommt es bei Abtreibungen kaum zu Problemen, weil die Eingriffe legal und die Gesundheitsversorgung gut sind. Betroffen sind den Angaben zufolge fast ausschliesslich Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Fisch für Sex Die Welt hat sich vor 15 Jahren ein großes Ziel gesetzt: Die Gesundheit und Lebensbedingungen von Frauen zu verbessern. Von Felix Hütten mehr. Diese werden entweder von einem zwar geschulten Anbieter, jedoch mit einer unsicheren oder veralteten Methode durchgeführt. Gut 17 Millionen solcher Fälle gibt es laut der Studie weltweit.

Die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Bela Ganatra unterteilten für ihre Analyse Abtreibungen in die drei Kategorien "sicher", "weniger sicher" und "am wenigsten sicher".

Gefährlich seien Abtreibungen, die von Laien mit eingeführten Instrumenten durchgeführt oder durch die Einnahme von Ätzmitteln oder Kräutergebräu vollzogen wurden. In diese Kategorie fallen acht Millionen Abbrüche.

Das Risiko schwerer Komplikationen ist bei medizinisch korrekten Abtreibungen eigentlich gering. 75 Prozent der Abtreibungen seien dort problematisch oder gefährlich. In Westeuropa werden dennoch 6,5 Prozent der Abtreibungen nicht nach den besten Standards durchgeführt, ist Osteuropa sind es 14,2 Prozent. Am schlimmsten ist die Lage in Afrika außerhalb von Südafrika.

Die WHO verlangt Massnahmen von Regierungen und Behörden. "Trotz des Fortschritts in Technologie und medizinischer Evidenz finden noch zu viele unsichere Abtreibungen statt, leiden und sterben weiterhin zu viele Frauen".

Die Studienautoren betonen, dass es gerade in Ländern, in denen Abtreibungen verboten sind, schwierig sei, zuverlässige Daten zu bekommen.

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