EU-Kommission will Mehrwertsteuersystem radikal verändern

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Mit der Mehrwertsteuer wird viel Schindluder getrieben. Die EU-Kommission will dem einen Riegel vorschieben. Doch das Vorhaben ist schwierig. Geplant sei, die Befreiung von der Mehrwertsteuer für grenzüberschreitenden Handel zwischen Firmen in unterschiedlichen EU-Staaten aufzuheben.

Angesichts ausufernden Steuerbetrugs soll das Mehrwertsteuersystem in Europa nach dem Willen der EU-Kommission radikal reformiert werden. Diese Transaktionen sind derzeit von der Steuer ausgenommen. Nach Angaben der EU-Kommission gehen den EU-Staaten durch Steuervermeidung, Betrug und Insolvenzen Einnahmen von mehr als 150 Milliarden Euro jährlich verloren.

Die bestehenden Mehrwertsteuerregelungen sind weitgehend seit knapp 25 Jahren in Kraft. Unter dem Stichwort Mehrwertsteuerkarussell machte es Schlagzeilen.

Stattdessen sollen die Steuerbehörden des Ursprungslandes die Mehrwertsteuer erheben, dabei aber den Mehrwertsteuersatz des Ziellandes berechnen. Die eingesammelte Summe soll dann an die Behörden des Landes überwiesen werden, in dem die Güter letztlich genutzt beziehungsweise konsumiert werden.

"Die Mitgliedsstaaten sollten grenzübergreifende Mehrwertsteuerumsätze spätestens ab dem Jahr 2022 wie inländische Umsätze auf dem gemeinsamen Binnenmarkt behandeln", sagte der zuständige EU-Steuerkommissar Pierre Moscovici. Anstatt die Summe an die Behörden abzuführen, kassieren die Firmen sie als Zusatzgewinn. Das auf Landesgrenzen basierende System gehöre abgeschafft.

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