Las Vegas Anschlag Livestream: 50 Tote, 200 Verletzte

Einstellen Kommentar Drucken

Die Blutkonserven werden knapp, Sheriff Joseph Lombardo fordert die Menschen beinahe flehentlich auf, ihr Blut zu spenden. Die NRA tut, was sie sie auch nach Massakern wie etwa in Orlando, Florida (49 Tote), San Bernardino, Kalifornien (14 Tote), Sandy Hook, Connecticut (26 Tote), schon tat: Sie schweigt. Nach Schilderungen Lombardos schoss der Angreifer durch die Zimmertür auf die Beamten.

Als ein Sondereinsatzkommando kurz darauf das Hotelzimmer stürmte, von dem er aus in die Menge gefeuert hatte, war der 64-Jährige bereits tot - offensichtlich hatte er sich das Leben genommen.

Paddock lebte in Mesquite mit einer Frau zusammen, bei der es sich nach Angaben seines Bruders um seine Lebensgefährtin handelte.

Der familiäre Hintergrund des Täters ist schillernd: Sein vor einigen Jahren verstorbener Vater war ein Bankräuber und wurde zeitweise von der Bundespolizei FBI auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher geführt. Laut FBI gibt es nach bisherigen Erkenntnissen keinen Zusammenhang zu einer internationalen Terrororganisation. Er gab an, dass sein Bruder kein Fanatiker gewesen sei, weder politisch noch religiös. Und Paddocks Bruder Eric sagte: "Er muss durchgedreht sein". Die Ermittler wollten laut Sheriff Lombardo die Freundin Paddocks befragen, die sich derzeit auf einer Reise in Japan befinden soll. Seine Lebensgefährtin Marilou Danley wird zunächst von der Polizei gesucht.

Der Todesschütze hat sich derweil nach Angaben der Polizei selbst getötet. Die Polizei fahndete zunächst nach einer Frau, die mit dem Schützen zusammenleben soll. Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich stammten sie von einem automatischen Gewehr. Es sei vor allem Glück gewesen, dass die Polizei vergleichsweise schnell das Zimmer Paddocks und damit den Tatort orten konnte.

Das Blutbad löste allgemeines Entsetzen aus. US-Präsident Donald Trump sprach von einer "Tat des reinen Bösen" und kündigte für Mittwoch seinen Besuch in Las Vegas an. Weitere 19 Waffen, mehrere Tausend Schuss Munition und Sprengsätze lagerte Paddock in seinem Haus in Mesquite, einer rund 130 Kilometer von Las Vegas entfernten Kleinstadt. Das Weiße Haus erklärte nach den Schüssen von Las Vegas, eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze sei "verfrüht", bevor nicht die Hintergründe geklärt seien.

Der Republikaner bekräftigte indes, dass er zunächst nicht über das Waffenrecht diskutieren will. Eine Sprecherin der Uniklinik von Las Vegas sagte dem Sender CBS, das Krankenhaus habe 104 der rund 400 Verletzten aufgenommen. Dort ist das grundsätzliche Recht auf den Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festgeschrieben. Außerdem organisiert MGM Flüge in die Stadt.

"Er war ein kranker Mann, ein verrückter Mann", sagte Trump am Dienstag in Washington.

Comments