Neue Warnung vor Medikamenten: Epoetine können heftige Hautreaktionen hervorrufen

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Eine detaillierte Analyse habe ergeben, dass schwere arzneimittelinduzierte Hautreaktionen als Risiko für die Klasse aller Epoetine betrachtet werden kann. Die Hautreaktionen würden dem Rote-Hand-Brief zufolge das so genannte Stevens-Johnson Syndrom (SJS) sowie die toxische epidermale Nekrolyse (TEN) einschließen, einige Fälle seien sogar tödlich verlaufen.

Humane Epoetine (Darbepoetin alfa, Epoetin alfa, Epoetin beta, Epoetin theta, Epoetin zeta, Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta) werden angewandt zur Behandlung verschiedener Formen der Anämie, zur Reduktion des Transfusionsbedarfs sowie zur Steigerung der autologen Blutgewinnung in Eigenblutspendeprogrammen. Patienten mit SCARs, die in Verbindung mit Epoetinen gebracht werden, dürfen nie wieder mit Epoetinen behandelt werden. Es wird angenommen, dass es sich um einen Klasseneffekt aller humanen Epoetine handelt. Bei langwirksamen Epoetinen verlaufen die Reaktionen schwerer. Die Häufigkeit des Auftretens von SCARs konnte nicht genau berechnet werden, sie treten allerdings nur sehr selten auf. Dies bedeutet, dass weniger als einer von 10.000 Behandelten betroffen ist. Die Fachinformationen werden derzeit entsprechend aktualisiert.

Patienten sollten zu Beginn der Behandlung mit einem Epoetin für folgende Symptome sensibilisiert werden: großflächiger Ausschlag mit Rötung und Blasenbildung der Haut und oralen Schleimhaut, des Augen-, Nasen-, Hals- und Genitalbereichs nach grippeähnlichen Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen. Es kann nachfolgend zu einem Abschälen oder Ablösen der betroffenen Haut kommen, ähnlich wie bei Verbrennungen. Bemerken Patienten solche Symptome unter Epoetin-Therapie sollten sie unverzüglich ihren Arzt kontaktieren und die Behandlung einstellen. Erythropoetin ist ein Hormon, das vor allem in den Nieren produziert wird und die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) fördert. Der bekannteste Fall ist wohl der Radsportler Lance Armstrong, der nach seinem Doping-Skandal alle sieben Titel wieder abgeben musste.

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