Porsche fordert von Audi 200 Mio Euro Schadensersatz

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Der in dem Brief genannte 200-Millionen-Schadensbetrag umfasst nicht nur Kosten zur Nachrüstung der betroffenen Autos, sondern auch für Anwälte, Mietwagen für die Zeit der Umrüstung sowie für den geschätzten Wertverfall von Autos, die Kunden von Porsche geleast haben.

Laut Bericht verweist der Porsche-Vorstand in seinem Schreiben an Audi auf die Kosten für den Rückruf. Hintergrund sei der Streit um Dieselmotoren für den Porsche Cayenne, die Audi entwickelt und an den Stuttgarter VW-Tochter geliefert habe. "Konzerninterne Vorgänge diskutieren wir nicht in der Öffentlichkeit", sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Wegen des Einsatzes einer Betrugssoftware hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Juli einen Rückruf angeordnet und zudem ein Zulassungsverbot für die Diesel-Variante des Geländewagens verhängt. Porsche erklärte damals, man sei selbst auf Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerung des Cayenne gestoßen und habe diese dem Kraftfahrt-Bundesamt gemeldet. Der Motor stamme von der Schwestermarke Audi, die bereits tief in den Abgasskandal verstrickt ist. Porsche selbst stellt keine Selbstzünder-Aggregate her.

Auch Audi wollte die Angelegenheit am Freitag nicht kommentieren.

Porsche-Finanzchef Lutz Meschke hatte schon vor längerer Zeit durchblicken lassen, dass der Autohersteller gegebenenfalls Ansprüche an Audi geltend machen würde.

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