US-Starproduzent soll über Jahrzehnte Frauen belästigt haben

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Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ("Pulp Fiction", "Django Unchained") will sich gegen einen Bericht der "New York Times" über angebliche sexuelle Belästigungen zur Wehr setzen. Diese Anschuldigungen setzten den erfolgreichen Hollywood-Produzenten offenbar massiv unter Druck - am Donnerstag entschuldigte sich Weinstein in einer Erklärung für sein "Benehmen gegenüber Kolleginnen in der Vergangenheit", das zu "viel Leid" geführt habe.

Das berichtete die "New York Times". Die Vorfälle reichen demnach fast drei Jahrzehnte zurück. Frauen würden untereinander schon lange über den Produzenten sprechen, wird Judd zitiert.

Die US-Schauspielerin Ashley Judd sagte der Zeitung, der Filmmogul habe sie vor zwanzig Jahren für ein Arbeitsfrühstück in sein Hotelzimmer gebeten. Weinstein habe sie dann gefragt, ob sie ihm eine Massage geben oder ob sie ihm beim Duschen zusehen könnte. "So war die Kultur damals". Er habe bereits Therapeuten. Auf konkrete Vorwürfe ging Weinstein nicht ein. Ein anderer Anwalt von Weinstein, Charles Harder, drohte der New York Times mit einer Klage. Die Schauspielerin und Feministin Lena Dunham schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, es sei "mutig", zu den Belästigungen durch Weinstein auszusagen.

Viele Hollywood-Erfolge sind mit dem Namen Weinstein verbunden, darunter "Pulp Fiction", "Der englische Patient", "No Country for Old Man" und "Shakespeare in Love", für den Weinstein 1999 den Oscar bekam. 2005 gründeten sie die neue Produktionsfirma The Weinstein Company. Mit seinem Filmstudio Miramax, das er zusammen mit seinem Bruder Bob unter dem Dach von Disney betrieb, förderte er die Karrieren von Schauspielern und Regisseuren. Es sei in der Branche kein Geheimnis gewesen, wie er mit jungen Frauen umgegangen sei.

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