Bahn rechnet noch bis Mittwoch mit Behinderungen

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Auf den Straßen lägen zum Teil noch große Äste und Bäume, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Die Hamburger Feuerwehr forderte die Bevölkerung zeitweise auf, wegen des Sturms nicht vor die Tür zu gehen. Das sei normalerweise die Zahl eines ganzen Tages. Der Sturm hatte am Donnerstag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet.

Die Strecke Kassel-Wilhelmshöhe nach Hannover ist inzwischen wieder frei, durch die Zugausfälle im Norden bleiben dennoch viele Fernverbindungen stark beeinträchtigt: Der Verkehr nach Berlin und Hamburg bleibe bis auf weiteres außer Betrieb, heißt es vor Ort, und Züge beispielsweise nach Kiel, Stuttgart, München oder in die Schweiz können ausfallen oder mit großer Verspätung abfahren. Am Abend wurde bekannt, dass auch ein 72 Jahre alter Mann an der B1 zwischen Müncheberg und Hoppegarten (Märkisch-Oderland) von einem Baum erschlagen worden war. Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen.

Der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt war lahmgelegt. Der S-Bahn- und Busverkehr wurde eingestellt. Den Verkehr in den Süden - von Berlin Richtung Leipzig und weiter nach München - hat die Bahn wieder aufgenommen.

Zahlreiche Reisende in Berlin warteten stundenlang auf ihre Bahn - so wie hier am Alexanderplatz.

Gute Nachrichten für Bahn-Fahrer: Einige Fernstrecken von Berlin aus werden morgen wieder frei sein - aber nicht alle. "Ein Schienenersatzverkehr kann wegen des Unwetters nicht eingerichtet werden". U-Bahnen hatten auf oberirdischen Strecken 40 km/h Tempolimit. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterte die Feuerwehr des Stadtstaates. Es liefen Dutzende Notrufe ein.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Der Deutsche Wetterdienst hatte dort vor orkanartigen Böen gewarnt. "Xavier" habe zahlreiche Bäume entwurzelt, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs für Bau und Liegenschaften am Freitag. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf Weiteres ein, wie das Unternehmen mitteilte. Zu Beeinträchtigungen kann es aber nach wie vor im Fernverkehr kommen, da viele Hochspannungsleitungen beschädigt sind. Nach dem Sturmtief "Xavier" sei nicht absehbar, wann die Strecken wieder zuverlässig befahren werden können. Verletzt wurde in NRW offenbar niemand. Insgesamt bilanzierte die Polizei Brandenburg 750 wetterbedingte Einsätze ab 14.00 Uhr. Die Landesgartenschau in Bad Lippspringe wurde geschlossen. Am Nachmittag hatte sich die Wetterlage wieder beruhigt.

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