Umstrittener Deal von Renault in Japan fixiert

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Zwei Fahrer kämpfen in der Formel 1 um den WM-Titel, doch bei den noch ausstehenden fünf Rennen sind sechs siegfähig. Am schnllesten fuhr Ferrari-Pilot Sebastian Vettel.

Doch am Tag als der Regen nach Suzuka kam, war der Sport nicht Thema Nummer eins. Gestern kam der Vollzug: Marcin Budkowski, bislang Technikdirektor beim Weltverband (Fia), wechselt zu Renault.

Marcin Budkowski? Ein Mann also, der bis vor wenigen Tagen lediglich Kennern der Szene ein Begriff war, sorgt nun für bemerkenswerte öffentliche Aufregung in der Königsklasse.

Er werde künftig einen Direktorenposten besetzen, teilte das Team mit. Wenn etwa ein Rennstall Innovationen plant, lässt er prüfen, ob diese sich noch mit dem Reglement vertragen. Der 40-Jährige wird am Sitz des Teams von Nico Hülkenberg im englischen Enstone künftig hauptverantwortlich für die Entwicklung und Produktion des Chassis sein. Red-Bull-Teamchef Christian Horner bringt es auf den Punkt: "Marcin hatte durch seine Arbeit das Privileg, bei allen Teams hinter die Kulissen blicken und vertrauliche Details erfahren zu können". Er war auch in unserem Windkanal. "Zu erwarten, dass er das nicht verwenden wird, ist ziemlich naiv". Aber sein Vertrag bei der Fia sah lediglich eine dreimonatige Arbeitssperre vor, damit kann der 40-Jährige theoretisch schon Anfang 2018 bei Renault einsteigen. Darum ging es den Konkurrenten in erster Linie, beim vergangenen Grand Prix in Malaysia tagten die sechs Teams der Strategiegruppe und sollen sich in dieser Sache auch an den Weltverband FIA gewandt haben.

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul gab vor dem Großen Preis von Japan in Suzuka am Sonntag an, dass derzeit "konstruktive Diskussionen" über eine Verlängerung dieser Auszeit laufen: "Vielleicht ist April 2018 möglich, das wäre die doppelte Dauer".

Damit wäre Budkowski, zumindest offiziell, nicht in die Entwicklung des 2018er-Autos eingebunden. Nicht nur die Führungen der Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull halten in diesem Zusammenhang allerdings Sperren von zwölf Monaten oder mehr für angebracht, in diesem Sinne wurde zuletzt bereits die sich abzeichnende Verpflichtung deutlich kritisiert.

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