Immer weniger Bankfilialen in Deutschland

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Das betraf 10 200 Standorte, wobei Städte und ländliche Regionen zuletzt etwa gleich stark gelitten haben, berichten die staatliche Förderbank KfW und die Universität Siegen in einer gemeinsamen Studie.

Wie eine Analyse von KfW Research gemeinsam mit der Universität Siegen belegt, wurden seit der Jahrtausendwende ein Viertel aller Zweigstellen geschlossen - im Schnitt 680 pro Jahr und damit binnen 15 Jahren insgesamt 10.200 Standorte deutschlandweit. "Behalten die Banken das aktuelle Rückbautempo bei, dann würden im Jahr 2035 gut die Hälfte der zu Jahrtausendwende existierenden Filialen geschlossen sein", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner voraus.

Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung ist den Angaben zufolge die Digitalisierung: Innovative Technologien, neue Wettbewerber und veränderte Kundenwünsche erzeugten Anpassungsdruck - weg vom Filialnetz, hin zu Onlineangeboten. Neben Kostendruck und dem Abbau von Überkapazitäten, z. Speziell für mittelständische Unternehmenskunden, die beratungsintensive Finanzierungen nachfragen, bleibe die Nähe zum Bankberater jedoch wichtig.

Nahezu überall in Deutschland dünnen Banken, Sparkassen und Genossenschaftsinstitute ihr Filialnetz aus. Die Deutsche Bank hatte 2016 eine Liste veröffentlicht, welche weiteren Zweigstellen geschlossen werden sollen. Unverändert sei es in sieben Landkreisen und kreisfreien Städten. Ausnahmen gebe es in 17 Regionen, in denen der Bankenmarkt gegen den Trend gewachsen sei. Spitzenreiter sind Frankfurt an der Oder und der Landkreis Fürth. Für das Jahr 2015 zählten die Studienautoren nur noch knapp 28.000. Dies ermöglicht eine geografische Zuordnung der Zweigstellen - und geht damit über die Daten der Bundesbank hinaus. Von einer übermäßigen Ausdünnung könne dennoch nicht die Rede sein: Insgesamt liege Deutschland bei der Filialdichte mit durchschnittlich 3,5 Zweigstellen pro 10.000 Einwohner im EU-Mittelfeld von 3,7 Filialen. Auch in anderen Staaten verschwanden seit 2000 zahlreiche Bankfilialen. Die Filialnetze in Frankreich und in Portugal seien dagegen um jeweils fast 50 Prozent ausgebaut worden.

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