Richard Thaler bekommt Nobelpreis für Wirtschaft

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Den diesjährigen Wirtschaftspreis zur Erinnerung an Alfred Nobel erhält der US-amerikanische Forscher Richard H. Thaler.

Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) hatte davor begründet, warum er Ernst Fehr und Richard Thaler wegen ihrer Beiträge zur experimentellen und Verhaltensökonomie ganz weit vorne reiht: Sie hätten das Verständnis von Verhalten und Entscheidungen erweitert und damit die Wirtschaftswissenschaften zu anderen Disziplinen geöffnet. Das gab die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie am Montag in Stockholm bekannt. Damit stellen sie das herkömmliche Modell des "Homo Oeconomicus" in Frage. Im vergangenen Jahr wurden der Amerikaner Oliver Hart und der Finne Bengt Holmström, die beide in den USA lehren, für Forschungen zu Vertrags-Konstruktionen etwa von Top-Managern geehrt.

Die Auszeichnung für Ökonomen ist kein klassischer Nobelpreis und bis heute umstritten, weil sie, anders als alle anderen Nobelpreise, nicht auf das Erbe des Schweden Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht, sondern auf die schwedische Reichsbank in Stockholm. Verliehen werden die Preise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Nobels. Die Ökonomie gehörte ihm zufolge nicht zu den Wissenschaften, die "der Menschheit den größten Nutzen" bringen.

Im Gegensatz zu den Auszeichnungen in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden hatte der schwedische Forscher und Industrielle Alfred Nobel einen solchen Preis in seinem Testament nicht erwähnt. 2015 wurde der gebürtige Schotte Angus Deaton mit dem Preis ausgezeichnet. 2014 bekam der eher unbekannte französische Industrieökonom Jean Tirole als erster Nichtamerikaner seit sechs Jahren den Preis. Nur ein Deutscher hat die Auszeichnung bisher bekommen: Der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

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