Chef der Eurogruppe wird Schäubles Rat vermissen

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"Wir haben in den acht Jahren den Euro stabil gehalten", sagte er. Er wolle sein Mandat bis Januar erfüllen, sein Nachfolger solle aber bereits beim Treffen der Euro-Finanzminister am 4. Dezember bestimmt werden, sagte Dijsselbloem am Montag in Luxemburg. "Ich werde Schäuble vermissen als Ratgeber und Freund". Er und die anderen Minister überreichten dem CDU-Politiker zum Abschied unter anderem eine signierte Europaflagge sowie einen 100-Euro-Schein, auf dem Schäubles Konterfei abgebildet ist.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire meinte: "Er hat eine Hauptrolle gespielt für die Weiterentwicklung der europäischen Gemeinschaft".

Schäuble selbst gab seinen Amtskollegen eine Mahnung auf den Weg.

Er verwies zudem auf Erfolge des einstigen Krisenlandes Portugal. "Es ist jetzt eine gute Zeit, um den Euro nachhaltig zu stabilisieren". Während der Finanzkrise entwickelte sich das Gremium zu einer der wichtigsten Schaltstellen in Europa. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem sagte zum Auftakt des Treffens, er schätze Schäuble als "großartigen Kollegen", der in den vergangenen Jahren immer wieder "Ratschläge erteilt" habe - "manchmal gefragt, manchmal ungefragt". Er sei nicht immer einer Meinung mit dem Deutschen gewesen, die Differenzen seien aber niemals unüberbrückbar gewesen.

Eine offizielle Abschiedsfeier für den deutschen Finanzminister ist in Luxemburg nicht geplant. Die EU-Kommission wird dazu am 6. Dezember konkretere Vorschläge präsentieren. Dabei geht es unter anderem um den möglichen Ausbau des ESM zu einem Europäischen Währungsfonds. Damit Europa stärker Verantwortung für die Lösung von Problemen in der Welt übernehmen könne, "müssen wir die europäische Integration voranbringen".

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