Fluggäste haben auch bei verspätetem Ersatzflug Anspruch auf Entschädigung

Einstellen Kommentar Drucken

Airlines müssen Passagieren bei einer erheblichen Flugverspätung auch dann 600 Euro Ausgleich zahlen, wenn für die Verspätung ein Ersatzunternehmen verantwortlich ist. Eine Ausnahme davon legten die Karlsruher Richter nun eng aus.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte von Fluggästen gestärkt. Nur eine solche restriktive Auslegung trage den Zielen der europäischen Fluggastrechte-Verordnung Rechnung.

In dem Fall wollten die Kläger mit Singapore Airlines von Frankfurt nach Singapur und weiter nach Sydney fliegen. Den ersten Flug strich die Airline und bot als Ersatz an, mit einer anderen Gesellschaft zu fliegen. Dieser Ersatzflug verzögerte sich aber um 16 Stunden. Die Kläger kamen mit einer Verspätung von 23 Stunden in Sydney an. Singapore Airlines lehnte dies wegen des angebotenen Ersatzfluges ab.

Genau an diesen Wortlaut hielt sich der Senat. Der Ersatzflug befreit die Fluglinie hier nicht von der Ausgleichspflicht, urteilte der BGH. Hier seien es 23 Stunden gewesen. Das könne an ihrem Anspruch gegen die ursprünglich zuständige Airline schon deshalb nichts ändern, weil eine Verspätung des Ersatzflugs nicht zwangsläufig und immer zu einem Ausgleichsanspruch führe, so der Senat. Auch Ausgleichsansprüche der Passagiere an das Ersatzunternehmen wegen des verspäteten Teilfluges spielten keine Rolle, erklärte der BGH.

Comments