Kaufhof will Mitarbeitern Löhne und Gehälter kürzen

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Deshalb will der Handelsriese nun Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21.000 Mitarbeiter durchsetzen.

Die Warenhauskette Galeria Kaufhof will ihren Mitarbeitern offenbar das Gehalt kürzen.

Im Gegenzug bietet Kaufhof-Chef Wolfgang Link den Beschäftigten eine Verlängerung der im September 2018 auslaufenden Arbeitsplatzgarantien an. So hat die Geschäftsführung des zur kanadischen Hudson's Bay Company (HBC) gehörenden Unternehmens jetzt Gespräche mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen neuen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung aufgenommen. Ziel sei es, dem Unternehmen eine "wirtschaftliche Atempause" zu verschaffen, bis die angestoßenen Wachstumsmaßnahmen Wirkung zeigten.

Die ehemalige Metro-Tochtergesellschaft, die unter früherer Eigentümerschaft stets mit Gewinn gearbeitet hat, war im vergangenen Jahr insbesondere wegen eines katastrophalen Weihnachtsgeschäfts in die roten Zahlen gerutscht. Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Dazu gehöre, dass ein Wirtschaftsgutachter im Auftrag von Verdi die Geschäftszahlen prüfe, "damit klar wird, wie es um das Unternehmen tatsächlich bestellt ist". Wichtig seien für die Gewerkschaft auch überzeugende Konzepte, um in Zukunft den Umsatz zu steigern.

Zuvor hatte bereits die "Süddeutsche Zeitung" über die Pläne des Warenhauskonzerns beichtet. Es gehe darum, ein erfolgversprechendes Zukunftspaket für das Unternehmen zu schnüren.

Der Kaufhof-Chef verwies auf den dramatischen Strukturwandel im Einzelhandel. Innenstädte würden weniger stark frequentiert und die Gewinnspannen gingen zurück.

Mit dem neuen Tarifvertrag wolle man kurzfristig notwendige Einsparungen erzielen und die Entgeltstrukturen so anpassen, dass die Schere zwischen Lohn- und Umsatzentwicklung bei Galeria Kaufhof nicht weiter auseinandergehe, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Er bekräftigte gleichzeitig jedoch die Entschlossenheit des Managements und des kanadischen Kaufhof-Eigentümers HBC, Kaufhof von einem traditionellen Warenhaus in einen modernen, auch im Internetzeitalter erfolgreichen Anbieter umzubauen.

Erste Hinweise auf mögliche Probleme bei dem Kölner Traditionsunternehmen hatte es bereits im Juli gegeben, als der Kreditversicherer Euler Hermes überraschend die Kreditlimits für Kaufhof-Lieferanten spürbar reduzierte.

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