Warum Frauen großzügiger sind als Männer

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Oft wird schon kleinen Kindern beigebracht, ihren Besitz zusammenzuhalten.

Männer sind egoistischer als Frauen.

Großzügigkeit wird belohnt: Frauen verhalten sich tendenziell prosozialer als Männer.

Während der Spielerunde blickten die Forscher einigen Teilnehmern mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) ins Gehirn.

Ein internationales Forscherteam berichtete vor wenigen Monaten im Fachmagazin "Nature Communications" über eine Studie, in der sich zeigte, dass uns Geben sehr viel glücklicher macht. Frauen haben hier einen Startvorteil - und bei Männern dauert es, bis die Verschaltungen in ihrem Gehirn ein emotionaleres und großzügigeres Verhalten zulassen. "Man braucht nicht gleich aufopfernd selbstlos zu werden, um sich glücklicher zu fühlen". Warum das so ist, haben Forscher jetzt untersucht. Und Mädchen werden nun mal eher dafür gelobt, wenn sie umsichtig und hilfsbereit sind. In der Folge verhielten sich die Frauen im Vergleich zu vorher erkennbar egoistischer, die Männer wurden sozialer. Während bei Frauen Großzügigkeit eine vergleichsweise starke Reaktion des Belohnungssystems hervorruft, belohnt das Männergehirn offenbar eher egoistisches Verhalten. Ein Grund dafür ist die Art und Weise, wie ihr Belohnungssystem im Gehirn aktiviert wird. Demnach sind Männer tendenziell narzisstischer - und Frauen großzügiger als das andere Geschlecht: Die Damenwelt verhält sich uneigennütziger und hat mehr Sinn für Gerechtigkeit, wie Studien wiederholt gezeigt haben.

Das Striatum, ein Bereich in der Hirnmitte, ist für die Bewertungs- und Belohnungsverarbeitung zuständig und in jeder Entscheidung aktiv.

Das überraschende Ergebnis: Unter Medikamenteneinfluss verhielten sich im Gegensatz zum ersten Experiment plötzlich die Frauen egoistischer und die Männer prosozialer.

"Das Belohnungssystem von Frauen reagiert also stärker auf grosszügige Entscheidungen als jenes von Männern", erklärte Studienerstautor Alexander Soutschek in einer Mitteilung. Durch die Gabe von Medikamenten unterdrückten sie bei den Probanden die Ausschüttung des wichtigsten "Glückshormons" Dopamin, das Gefühle wie Zufriedenheit und Wohlbefinden auslöst.

Dies überraschte die Forscher.

Die Ergebnisse haben für die Hirnforschung Konsequenzen: "Zukünftige Studien müssen so gestaltet werden, dass auch auf Unterschiede zwischen Männern und Frauen geprüft wird", so der Wissenschaftler. Laut dem Neuroökonomen arbeiten die Belohnungs- und Lernsysteme im Gehirn eng zusammen. "Sie lernen, eher eine Belohnung für prosoziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten".

Egoistisch oder sozial? Doch wie lässt sich dieser Unterschied erklären?

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