ARD/ZDF-Online-Studie: 90 Prozent sind online

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Darüber hinaus wurde nach Sehen, Hören und Lesen von Inhalten differenziert, um auch zukünftige Erhebungen methodisch stabil zu gewährleisten.

Mit 62,4 Millionen der deutschsprachigen Bürger ab 14 Jahren sind 89,8 Prozent von ihnen online, was 4,4 Millionen mehr als letztes Jahr sind.

Stark gewachsen ist indes dagegen die Audio-Nutzung, konkret binnen eines Jahres von 33 auf 46 Prozent, die eben solche Angebote mindestens einmal wöchentlich nutzen. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum letzten Jahr ist teils allerdings mit einer neuen Fragetechnik zu erklären: Es wird nun nach konkreten Tätigkeiten, nicht allgemein nach Internet-Nutzung gefragt. Von ihnen nutzen 50,2 Millionen Menschen, also rund 80 Prozent, das Internet jeden Tag. 50,2 Millionen Menschen online.

Eine Unterscheidung nach Mediengattungen wie Radio, Fernsehen, Print und Internet werde zunehmend unmöglich, heißt es weiter in der Studie. Nutzung von WhatsApp und Social Media Weitgehende Stagnation weist die Studie für die diversen Social-Media-Dienste aus, wobei hier wenig überraschend zwei Akteure dominieren: 64 Prozent der Befragten gaben an, WhatsApp mindestens wöchentlich (55 Prozent gar täglich) zu verwenden, wobei dieser Dienst auch als einziger ein signifikantes Plus gegenüber dem Vorjahres-Wert von 58 Prozent zu verbuchen hat. Rund eine Stunde Zeit wird mit Individualkommunikation, die meiste Zeit jedoch mit sonstiger Internetnutzung verbracht.

Wer für die jungen Zielgruppen relevant bleiben will, müsse ihnen attraktive Informations- und Unterhaltungsangebote bieten, kommentierte Manfred Krupp, Intendant des Hessischen Rundfunks, die Studie.

Der ZDF-Intendant und stellvertretende Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission Dr. Auch wenn die Zuschauerzahlen des klassischen Fernsehprogramms derzeit noch klar vorne liegen, ist die Mediathek essenziell wichtig, um die ganze Gesellschaft auch in Zukunft zu erreichen. Das ergab die ARD/ZDF-Onlinestudie. Dies ist vor allem auf die Musik-Streamingdienste zurückzuführen, die alleine um neun Prozentpunkte auf 19 Prozent zulegten. Gleichzeitig erfährt aber auch das Radiohören online (Simulcast) einen Zuwachs.

Die Reichweite für das Online-Bewegtbild stagniert, wenn man alle Ausspielwege zusammennimmt. Die Onlineangebote der Privatsender RTL, Sat.1 und ProSieben kommen auf deutlich geringere Reichweiten und platzieren sich damit auch hinter den zusammengefassten Mediatheken der dritten Programme der ARD. Die meisten Anwendungen, wie Videoportale, allen voran YouTube, Mediatheken der Fernsehsender oder Facebook, können ihre Bedeutung gegenüber dem Vorjahr nicht weiter steigern. Bei 14- bis 29-Jährigen seien, was amerikanische bzw. internationalen Filme und Serien betrifft, "leichte Verschiebungen" hin zu Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix festzustellen.

Erstmals wurde im Rahmen der jährlich angesetzten Studie das individuelle Nutzungsverhalten untersucht. Die Studie beeilt sich freilich festzuhalten, dass Streaming im Gesamtpublikum im Vergleich zum klassischen Fernsehen immer noch eine untergeordnete Rolle spielt. Die Feldarbeit wurde vom Institut GfK MCR durchgeführt und dauerte von Ende Januar bis Mitte April 2017.

Bei der allerersten Onlinestudie von ARD und ZDF im Jahr 1997 nutzten 6,5% der Deutschen das Internet.

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