Deal zwischen Lufthansa und Air Berlin steht

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Air Berlin verhandelt seit Wochen exklusiv mit der Lufthansa-Gruppe und mit der britischen Easyjet über den Verkauf von Unternehmensteilen.

Deutschlands größte Fluggesellschaft sichert sich den Löwenanteil am insolventen Konkurrenten Air Berlin. Der Dax-Konzern sei jedoch zuversichtlich, bei den Verhandlungen die angestrebte Frist einhalten zu können. Ein Sprecher von Air Berlin wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Das gilt laut Air Berlin auch für die 38 Maschinen, die bereits für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian fliegen.

Der Betriebsrat wolle bei Sozialplanverhandlungen kollektive Übergangsregeln erreichen, um soziale Gesichtspunkte zu berücksichtigen und "Rosinenpickerei "der aufnehmenden Gesellschaften zu verhindern". Etwa 300 Air-Berlin-Mitarbeiter haben laut Unternehmen bereits anderswo eine Anstellung gefunden. Doch auch, wenn es nicht zu einer Einigung mit den Briten bis Donnerstag komme, sei ein Abschluss mit ihnen noch möglich, sagten zwei Insider. Derzeit geht der Flugbetrieb nur noch dank eines Staatskredits über 150 Millionen Euro weiter.

Über einen Sozialplan für Air-Berlin-Mitarbeiter, die nicht sofort wieder Arbeit erhalten, wurden am Montag erste Sondierungsgespräche mit dem Betriebsrat geführt. Bis Ende Oktober dürften dann auch die Kündigungen über die Bühne sein. "Alles andere geht weg". Mehr als 200.000 Air-Berlin-Kunden sind von gestrichenen Flügen des Unternehmens betroffen.

Bis Ende Oktober werde sich auch die Personalsituation bei der Fluggesellschaft geklärt haben. Ihre Ansprüche müssen Kunden nun beim Insolvenzverwalter anmelden.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte erneut das Verhalten von Lufthansa und Easyjet und forderte sie auf, Übernahmeregelungen für die Beschäftigten zu schaffen. Nach der Bekanntgabe der Entscheidung werde man unverzüglich zu Tarifverhandlungen mit den Käufern aufrufen.

Unterdessen macht der Berliner Logistiker Zeitfracht einen neuen Anlauf zur Übernahme der Techniksparte von Air Berlin und sucht sich dafür einen Partner. Wie Reuters aus dem Umfeld der Verhandlungen erfuhr, bietet Zeitfracht zusammen mit dem Wartungsunternehmen Nayak und dessen Eignern.

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