Welthunger-Index 2017: Erfolge im Kampf gegen Hunger gefährdet

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Um den Hunger wirksam zu bekämpfen, muss der Teufelskreis der Armut durchbrochen werden, fordert die Deutsche Welthungerhilfe. Wirtschafts- und Steuersysteme müssten so gestaltet werden, dass sie die Ungleichheit abbauen.

Die Zahl der Hungernden weltweit dagegen stieg zuletzt - binnen eines Jahres um 38 Millionen auf 815 Millionen Menschen, wie Welthunger-Präsidentin Bärbel Dieckmann im ZDF-"Morgenmagazin" sagte. Dies zeigt der neue Welthunger-Index, der die Ernährungslage in 119 Ländern berechnet. Dem Bericht zufolge sind "bewaffnete Konflikte weiterhin die größten Hungertreiber". Der Hunger treffe vor allem Menschen in Südasien und in Afrika südlich der Sahara. "Regierungen, die klare Priori-täten im Kampf gegen den Hunger setzen und diese auch durchsetzen und dabei die Benachteiligten im eigenen Land mit einbeziehen", sagt Klaus von Grebmer vom Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungs- und Entwicklungspolitik (IFPRI) in Washington DC. Mehr als die Hälfte aller Hungernden leben in Ländern mit kriegerischen Auseinandersetzungen.

Im Welthunger-Index werden die Werte, nach denen die Hungersituation ermittelt wird, in 43 Ländern als niedrig beschrieben. In acht Ländern wie dem Tschad oder Sierra Leone ist die Situation gravierend oder sehr ernst. Dort seien seit 17 Jahren keine Fortschritte erzielt worden, hieß es. Da es in manchen Regionen nicht genug Daten für die Rangliste gibt, blieben Länder wie Südsudan oder Syrien unberücksichtigt. In 14 Ländern, darunter Brasilien und Peru, hätten sich die Werte seit dem Jahr 2000 hingegen deutlich verbessert.

Die Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers werden in dem Index durch einen Rückgang des Indexwerts um 27 Prozent von 29,9 im Jahr 2000 auf 21,8 im vergangenen Jahr verdeutlicht. Das Land bildet weltweit das Schlusslicht im Index.

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