Irakische Armee startet Offensive in Kirkuk

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Wie die kurdische Nachrichtenagentur Rudaw berichtet, plant die irakische Armee einen Angriff auf die von Kurden kontrollierte Stadt Kirkuk im Nordirak.

Zuvor hatte die Kurdenregierung in Erbil der Zentralregierung in Bagdad vorgeworfen, Truppen an der Grenze zusammenzuziehen und einen Angriff vorzubereiten. Mitglieder der kurdischen Autonomieregierung veröffentlichten heute allerdings Bilder, die zeigen sollen, wie Kämpfer der Volksmobilmachungskräfte und der irakischen Polizei sich in gepanzerten Fahrzeuge in Richtung Kirkuk bewegen.

Die ölreiche Provinz Kirkuk ist zwischen den Kurden und der irakischen Zentralregierung umstritten, beide Seiten erheben Anspruch auf sie. Die Armee hatte sich 2014 angesichts des Vormarsches der Terrormiliz IS aus der Provinz zurückgezogen. Die Bevölkerung ist teilweise kurdisch, teilweise arabisch.

Tausende schwer bewaffnete Peschmerga seien "zur Verteidigung um jeden Preis" bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani. Die Kurden riefen Bagdad dazu auf, "die Aggression zu stoppen". Vor drei Wochen hatten sich die Kurden in einem Referendum mit großer Mehrheit für die Lösung vom Irak ausgesprochen.

Mit dem Angriff brach der Irak das Versprechen von Ministerpräsident Haider al-Abadi, der erst gestern gesagt hatte: "Wir werden unsere Armee nicht für einen Krieg gegen unsere kurdischen Mitbürger einsetzen".

Bereits am Vortag hatten kurdische Sicherheitskräfte in Erwartung einer bevorstehenden Offensive der irakischen Armee und ihrer Milizen stundenlang eine wichtige Überlandstraße blockiert. International wird das Votum nicht anerkannt, die Zentralregierung in Bagdad wertete es als Provokation.

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