Lagarde hält Appell für Globalisierung

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Der freie Welthandel habe in den vergangenen Jahrzehnten zu Wachstum und Wohlstand geführt, sagte Lagarde gestern: "Wir müssen das sichern". Viele der Maßnahmen, die aktuell zur Reparatur der Volkswirtschaften nötig seien, seien grenzübergreifend, betonte sie. IWF-Experten hatten in mehreren Äußerungen unabhängig voneinander grundsätzliche fiskal- und geldpolitische Prinzipien angemahnt, die der gegenwärtigen US-Politik zugegen laufen - ohne explizit auf Trump zu verweisen. Dem IWF zufolge könnte die Ungleichheit in den einzelnen Ländern sinken, wenn hohe Einkommen stärker besteuert würden. Donald Trumps Steuerpläne sehen das Gegenteil vor.

Der Haushaltschef des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, warf dem IWF in einem Interview der "Financial Times" vor, die Steuerbemühungen der USA zu torpedieren. "Sie sind heftig daran interessiert, dass sie (die Steuerreform) nicht klappt". Der Fonds hatte die USA aber als ein Land bezeichnet, das nicht zu der Erhöhung der weltweiten Wachstumsprognose beiträgt - und dafür die Unsicherheit bezüglich der Steuerreform als einen Grund genannt. Außerdem müsse Steuerpolitik genutzt werden, um soziales Ungleichgewicht zu bekämpfen. Trump hatte in seinen Plänen bisher lediglich immense Steuererleichterungen vor allem für Unternehmen versprochen. Sie sei traurig, die gute Zusammenarbeit nun beenden zu müssen.

Lagarde hatte bereits tags zuvor eine flammende Rede für mehr Globalisierung gehalten.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble gibt heute bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank seinen Abschied von der internationalen Finanzbühne. Eine Studie habe ergeben, dass die ärmsten zehn Prozent rund 63 Prozent ihrer Kaufkraft verlieren würden, wenn alle Grenzen geschlossen würden, erklärte Lagarde. Damit kritisiert sie die Handelspolitik von US-Präsident Trump, die unter anderem strengere Zollschranken und eine Mauer zum Nachbarland Mexiko vorsieht.

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