Macron und Merkel eröffnen Frankfurter Buchmesse

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Die Veranstalter rechnen mit insgesamt rund 270.000 Besuchern. Bei der Eröffnung waren auch Prinz Felix und Prinzessin Claire anwesend - in Begleitung von Kulturstaatssekretär Guy Arendt. Merkel und Macron betonten in ihren Ansprachen bei der Eröffnungsfeier, wie sehr die Kultur beide Länder verbinde - trotz aller Kontroversen und Kriege.

Frankreich ist diesmal Gastland der weltgrößten Fachmesse, zu der mehr als 7150 Ausstellern aus 106 Ländern erwartet werden. Am Abend wollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gemeinsam die Frankfurter Buchmesse mit dem Ehrengast Frankreich eröffnen.

Frankfurt/Main - Die deutsche Buchbranche hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, sich für eine lebendige und vielfältige Verlagslandschaft einzusetzen. "Es geht um nichts Geringeres als die Qualität der Bildung", sagte der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. Er kritisierte die vom Bundestag im Sommer beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Wenn etwa Kindergärten und Hochschulen bestimmte Anteile von digitalen Werken kostenlos zusammenstellen dürften, sei dies ein schwerer Schlag für die rund 600 Verlage in dem Bereich. "Wir stehen für Pluralität und den Austausch von Meinungen", sagte er zur Eröffnung.

Der französische Staatspräsident Macron bezeichnete die Literatur als "beste Waffe" gegen jene, die versuchten, Mauer zwischen Menschen zu bauen und Fanatismus zu schüren.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos betonte die Bedeutung der Verlage angesichts eines erstarkten Rechtspopulismus. Verlagen komme eine enorme Bedeutung zu: "Wir liberal-demokratisch gesinnten Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen giftige Narrative Hochkonjunktur haben und die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiveren Gegenentwürfen antworten". Auch Riethmüller machte darauf aufmerksam, dass Verlage und Buchhandlungen in unruhigen Zeiten den Dialog, verlässliche Information und Meinungsbildung fördern. Bücher seien auch Zündstoff und würden daher von Despoten gefürchtet.

Markus Dohle, Chef des Publikumsverlags Penguin Random House, wies auf die "gesunde Koexistenz" zwischen gedruckten und digitalen Büchern hin, was den Buchhandel stabilisiere. Die Buchmärkte seien in den vergangenen Jahren in den meisten Ländern langsam, aber kontinuierlich gewachsen, besonders bei Kinder- und Jugendbüchern. "Geschichten erzählen und Geschichten konsumieren, wird auch in den kommenden Generationen wichtig sein". Der Buchhändler vor Ort sei immer noch der wichtigste Ort für Leser, um neue Geschichten zu entdecken.

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